ZODIAC – Grain of Soul

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Viele Veröffentlichungen – und auch noch innovativ

Münster scheint ein kleines Zentrum zu sein, kommen aus der überschaubaren Stadt in NRW doch die eine oder andere Band, auch um vor fast schon unüberschaubar großem Publikum. So auch ZODIAC. Die 2010 gegründete Band hat mit “Grain Of Soul” bereits ihre vierte Platte draußen, und kann somit seit dem Jahr 2012 jedem Jahr in ihrer kurzen Historie eine neue Veröffentlichung zuordnen. Respekt! Jedoch ist dies kein fester Anspruch, jährlich neues Material rauszuhauen, wie sie kürzlich in einem Interview verlauten ließen.

Das elf Songs starke Album mit dem laszivesten Totenschädel, den ich jeh gesehen habe, beginnt mit einer Allegorie. “Rebirth By Fire”. Hat sich hier ein Phönix versteckt? Es scheint jedenfalls ZODIAC in einem überarbeiteten Gewand zu zeigen. Rockig bluesig cool, aber irgendwie härter. Passt auf jeden Fall!

Dann wird das Kind aber beim Namen genannt. “Animal” beweist, dass das Gaspedal endgültig durchgedrückt wurde. Der Song hat Drive, einen coolen Sound und Mitsinghooks im Gesang. Sehr geil. Auch Solos wird hier viel Raum eingeräumt. Das macht das Lied sehr ausgewogen.

“Down” ist dann ein beinahe episch verträumtes Lied. Eher im Midtempo gehalten, stellt es den Gesang mehr in den Vordergrund, die Musik ergänzt ihn aber sehr gut. Absolut guter Titel! Und das Schlimme ist: So geht es einfach weiter! Die folgenden Songs sind geprägt von rhythmisch abwechslungsreichen Mid- bis Uptempo-Songs, bei denen man immer aufpassen muss, dass man beim Mittanzen nicht sein Bier verschüttet. Krass, wie schnell sowas geht.

Nach “Down” im ersten Teil kommt “Like The Sun” im hinteren. Das Bier ist jetzt leer. Zeit, die Jeansjacke festzuziehen und der Musik alle verdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Wobei… geht das auch anders? Im Anschluss kommt noch “The Sinner”, abschließend dann “Grain Of Soul” als Rausschmeißer. Und das ist gut so. Schöne Musik muss sein, aber zuviel auf einmal nimmt ihr irgendwann auch das Besondere.

Vergleicht man den Neuling mit vorherigen Werken, so ist “Grain Of Soul” rockiger und nicht mehr ganz so bluesig oldschool. Zumindest ist es anders bluesig oldschool. Frischer Wind, der trotzdem dem Stil der Quartetts treu bleibt. Und vor allem auch Songs, die trotz ihrer durchgehend starken Kompositionen den Eindruck erwecken, garnicht mal die großen Festivalbühnen zu brauchen. In Clubs und auf mittelgroßen Festivals dürften sie ihre volle Wirkung viel besser entwickeln können. Wie auch immer: wenn diese Band in eure Gegend kommt: geht hin!

8 von 10 Punkten auf der “Cut-it-loose”-Skala