Die Dearly Demented-Städtereise mit WE ARE THE ENEMY: Wien

Artikel von
wate

Wien: Hauptstadt Österreichs, Touristenmetropole und Musikstadt. Neben vielen lokalen Gruppen sind auch WE ARE THE ENEMY in Wien beheimatet. Melodic Progressive Metal bezeichnet sich das Quintett selbst. Den Technik-Anteil haben sie eindeutig übernommen, doch einen gewissen Hardcore-Anteil lässt sich ebenfalls nicht verleugnen. Markus (Gitarre) und Alex (Drums) stellen in der DEARLY DEMENTED-Städtereise ihre Stadt vor.

Ist Wien international oder seid ihr ganz eigen?

Markus: Ich würde sagen, dass jede Stadt einen eigenen Charme und Charakter hat, beinahe wie einer Farbe gewisse Grundeigenschaften nachgesagt werden. Selbiges würde ich bei Großstädten machen, da sich alle doch in gewissen Punkten ähneln. Sollte es mich allerdings woanders hinziehen, wäre dies vermutlich England oder gar Japan, da mich die Kultur und der Lebensstil dort faszinieren und man wesentlich mehr Möglichkeiten hat, als in einem vergleichsweise kleinem Nest wie Wien!

Alex: Ich würde Wien definitiv als international bezeichnen, obwohl Österreich ein kleines Land ist. Viele internationale Acts und Größen machen Tourstop in Wien, was gewisserweise ein Vorteil ist! Aber wenn’s schon ein andres Land sein darf – dann wohl Großbritannien oder Kanada.

Wien nennt sich selbst die Musikhauptstadt der Welt – merkt man das auch?

Markus: Und ich dachte immer, Salzburg ware die Stadt der Musik, alleine schon aufgrund Mozarts! Generell denke ich aber, dass Wien alle Arten von Kunst anzieht, nur nicht sonderlich ausgereift – es gibt massig Street Art, eine Underground-Szene für beinahe alles Erdenkliche, aber wenige funkelnde Diamanten, die es über die österreichische Grenze hinausschaffen, beziehungsweise auch im Rampenlicht bestehen bleiben. Was “österreichische” bzw. volkstümliche Musik betrifft, das ist in Wien beinahe zur Gänze ausgestorben. Sogenannte “Gstanzlsänger” und “Schrammler” haben sich mit ihrer Generation verabschiedet, wodurch Wien tatsächlich ein Melting Pot in allen Belangen ist.

Viele Komponisten gingen in der Stadt ein und aus. Wer ist denn euer persönlicher Favourit?

Markus: Vivaldi! Ich bin ein bekennender Fan technischer Kompositionen oder gar Stilrichtungen. Mein Songwriting ist durch leitton-tragende Melodien beeinflusst, ganz in seinem Zeichen, beziehungsweise der Neo-Classic der 80er, welche sich ebenso der damaligen Stilmittel bedient.

Alex: Beethoven, Bach und Brahms. Die berüchtigten “drei Bs”! Bezüglich der Einflüsse kann ich allerdings nur die ominöse Haarpracht erwähnen!

Aber auch temporäre Musik findet in Wien Platz. Was hat Wien in Sachen Metal zu bieten?

Alex: Wien bietet einem in der Metal- und Hardcore Szene viele Möglichkeiten. Beinahe jeden Wochentag gibt es über ganz Wien verstreut Konzerte von jungen Bands bis hin zu nationalen Größen. Also fad’ wird einem bei uns auf keinen Fall.

Markus: Wir haben definitiv eine starke Hardcore-Szene, welche sich auch wirklich gegenseitig stützt und viel untereinander veranstaltet. Ebenso war Death und Thrash Metal bei uns stark vertreten über die letzte Dekade. Auch “djentigere” und progressivere Gefielde fahren allmählich auf, was mich ein wenig an “Leg dich nicht mit Zohan an” erinnert – dort sind Dinge im Trend, welche überall anders auf dem Globus schon vor 15-20 Jahren cool waren. Wien ist da musikalisch gesehen nicht anders, wir sind die Zohans der Musik!

Welche Geheimtipps habt ihr für Wien?

Markus: Für Freunde der fettigen und flotten Küche, definitiv eines der “Centimeter” – Restaurants – einheimische Küche auf Schwertern oder in Kinderbaggern serviert, nebst Broten nach Centimetermaß. Weiter sollte man sich die “Arena” anschauen, schlechthin DIE Location für garantiert gute Gigs mit gutem Sound.

Alex: Zu den Locations möchte ich eigentlich nur noch das B72, Badeschiff und das Flex hervorheben. Ach ja und das Loco ist auch ziemlich “nett”, wenn man schon vor dem 20:15 Abendfilm besoffen in der nächsten Gasse schlafen möchte – für lediglich fünf Euro!

Wo kann man günstig übernachten?

Markus: Das Wombats sollt da angeblich recht interessant sein! Ein Hostel, in dem jeden Samstag auch Nachwuchsbands Gigs spielen, Getränkespecials auf österreichische Drinks und Biere angeboten werden und auch sehr viele Metalheads gern hinkommen.

Welche wichtigen Orte gibt es für WE ARE THE ENEMY?

Markus: Mein Wohnzimmer! Bei mir ist quasi das Pre-Production-Studio, wo wir miteinander an den Songs und Arrangements feilen, hin und wieder gerne ausgelassene Partien “Samurai Gunn” zocken und oft abhängen! Sonst im Gym, wo jedes Bandmitglied an seiner stählernen Brust schmiedet. Ohne Chest hast man in der Band nichts zu melden!

Und ja – natürlich bei uns im Proberaum, wo wir nebst Proben auch massivst Somersby Cider konsumieren.

Alex: Markus hat den Kebapstand ums Eck vergessen. Den kennen wir bestens, sowie den Pizzanotruf und den Asiaten, der bis früh Morgens noch flambiertes Eis und gebackenes Obst liefert (lebenswichtig!).

Des Weiteren sind wir alle AUSNAHMSLOSE Kaffeejunkies, wodurch der Starbucks auf der Mariahilferstraße uns alle mit dem Vornamen begrüßt – inklusive typischer Bestellung!

Danke für das Gespräch, Jungs!