WAVES LIKE WALLS – The Path

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waves-like-walls-the-path-dearly-demented-review-nils-lenhard

Nicht an Tempo verlieren

Na das geht doch mal nach vorne! WAVES LIKE WALLS ist eine aufstrebende Hardcore-Band aus Ingolstadt, die mit ihrer neuen EP “The Path” einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Pfad einer lokalen Core-Band beschreitet. Neue Songs, bessere Produktio: mehr Reichweite? Wir haben uns die neue Platte der ambitionierten Ingolstädter angehört und klären, ob sich “The Path” im dichten Gestrüpp des Genres durchsetzen kann.

Stark verzerrte, tief gestimmte Gitarren geben den Ton vor. Zusammen mit dem soliden Bass und dem genretypisch groovigen Schlagzeug bilden sie ein Fundament, das klanglich überzeugt. Lediglich das Schlagzeug könne etwas durchsetzungsfähiger aus der Mischung hervorstechen. Dies lässt das Hörvergnügen aber nicht abbrechen.

Sehr groovige Riffs, passende Übergänge und ein gelungenes Ambiente der Songs laden sofort zum Tanzen ein – und zwar keinen Walzer! Handwerklich wird hier alles richtig gemacht.

Am Mikrofon gibt sich Frontmann Marki die Ehre. Zusammen mit insgesamt zwei Gastsängern werden die fünf Tracks ganz schön aufgemischt. Ganz genregetreu gibt es hier keine Kompromisse. Kein Cleangesang, keine Spielereien – Hardcore eben! Marki liefert auf “The Path” einen durchweg guten Job ab. Die Technik stimmt; seine Tonlage fügt sich sehr gut in den Gesamtmix. Lediglich mit der Verständlichkeit der Stimme hat der Mix teilweise so seine Probleme.

Nach fast 15 Minuten Spielzeit hinterlässt “The Path” jedoch gemischte Gefühle. Einerseits wünscht man sich, mehr von WAVES LIKE WALLS zu erfahre; beispielsweise einen Live-Gig zu erleben, um die Wucht ihrer Songs zu spüren. Andererseits fehlt dem Gesamtwerk noch die nötige Durchsetzungskraft um einzigartig aus der Masse hervorzustechen. Zu wenig Melodie, die sofort im Kopf bleibt oder die eine Hook, die man immer wieder mitsingen möchte. Hier kann das Quintett noch an kleinen aber feinen Stellschrauben drehen.

WAVES LIKE WALLS bleiben trotzdem im guter Erinnerung, in der Hoffnung bald mehr von ihnen zu hören. Gerne auch Live!

7 von 10 Punkten auf der “As-The-Sirens-Sing”-Skala