VENEREA – Last Call For Adderall

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Als ich den ersten Song des Albums gehört habe, hat es mich direkt an die schöne Sommerzeit, in der ich Eisessend auf dem Skate-Park abgehangen habe, erinnert. 30 Grad, aufgerissene Knie, gerade einen 360 Flip gestanden und die Menge haut ihr Skateboard auf den Boden und jubelt. So und nicht anders sollte Skate-Punk sein. Mit 200 BPM und Riffs, die melodischer nicht sein können, präsentieren uns VENEREA ihr neues Album “Last Call For Adderall”.

 Pfff, die Bands verschlechtern sich doch mit jedem neuen Album

Ganz klar: NEIN! Sechs Jahre ist es her, seitdem “Lean Back In Anger” draußen ist. Doch die Band braucht sich nicht zu verantworten. Auch nach so langer Zeit bringt uns VENEREA eine geile Platte. Die schnellen und sehr melodischen Riffs haben auf jeden fall überzeugt, um nicht zu sagen, den Spot gekillt.

 Go Home, here is a message from God…

… ertönt es beim ersten Song “Going Home”. Die Stimme eines Teenagers, unterlegt mit einem Gitarren-Riff. Direkt gefolgt vom ruckartigen Einsatz der Band. Es geht darum, dass sich auf dieser Welt nichts verändert. Wir sind nicht genug, wir kommen und gehen. Und deshalb können wir nachhause gehen. Die Gänsehaut packte mich beim Intro von “Raising my Game”. Ein starker, emotionaler Touch, so wie er sein muss!

Während ich bei den letzten Songs des Albums war, habe ich mich eher gefragt, wer oder was da am Schlagzeug hockt. Christiano Ronaldo in Baggys, Hoodie und Snapback? Wahrscheinlich, denn das Drum kommt nicht zu kurz! Schnell, powervoll und antreibend. Naja, man muss ja schließlich den Tag auf dem Skate-Park durchhalten.

Aber irgendwas darf dann doch nicht auf einem Punk-Album fehlen. Haargenau, politische Botschaften. In dem Album wird sich nämlich auch über das Land beschwert. Aber die kommen doch aus Schweden, worüber muss man sich da beschweren? Ist wahrscheinlich so ein Klischee.

Nachdem ich das Album durchgehört habe konnte ich überraschender Weise keinen Punkt finden, in dem mich das Album enttäuscht hat. Abgesehen von dem Fakt, das jeder Song total kurz ist und gleich klingt – was Fans dieser Musik dennoch wissen und schätzen – bin ich mehr als zufrieden mit diesem Album und kann sogar behaupten, dass es mit Größen wie RUFIO, NO USE FOR A NAME und MILLENCOLIN mithalten kann.

9 von 10 Punkten auf der “for-the-good-time”-Skala