TRIVIUM – Vengeance Falls

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trivium vengeance falls

TRIVIUM gründeten sich im Jahr 2000, mit “Ember To Inferno” und “Ascendancy” begann ihre steile Karriere als Metalcore-Band und Konkurrenz zu BULLET FOR MY VALENTINE. Doch im Gegensatz zu den Walisern, hat das Quartett um Matt Heafy dank “The Crusade” den Sprung in den Metal-Zirkus geschafft. Seitdem sind sie einer der vielversprechendsten Anwärter auf den Metal-Thron! “Shogun” und “In Waves” halfen bei diesem Aufstieg. “Vengeance Falls” ist ihr sechstes Studioalbum (Mensch, wie die Zeit vergeht) und das mit Sicherheit heiß ersehnteste ihrer Geschichte.

Als Produzent saß DISTURBED-Frontmann David Draiman mit der Band im Studio. Die Musiker betonen mehrfach, wie zufrieden sie mit Draimans Arbeit seien – der Produzent habe TRIVIUM geholfen ihren musikalischen Fokus neu auszurichten, oder scharf zu stellen. In der Tat: Die Lieder sind direkter, die Melodien präsenter und prägnanter. Alle vier Musiker scheinen gereift und noch besser als auf vorherigen Releases – ein neues Level von Genialität wird erreicht!

“Brave The Storm” ist der erste Song – nicht wirklich brutal, aber umso griffiger. Die Hooks dominieren das Album spielend. Dieser Song – vielleicht sogar Hit? – erinnert im weiten Sinne auch “Watch The World Burn” oder “Built To Fall”. Heavy Riffs bilden die Grundlage von vorallem stimmlich reifen Tracks. Matts und David Draiman haben anscheinend Stunde um Stunde am Gesang gefeilt. Der Titletrack liefert einen großen Refrain, der zu Sing-Alongs einlädt, “Strife” ist ein Up-Tempo Wunder, das im Refrain und der Strophe überraschend düster ist. Der Song hat das Potential eine dicke TRIVIUM-Hymne zu werden! “To Believe” ist ein wilder Ritt zwischen Gitarren-Leads und Riffs; spannend und abwechslungsreich wird es dann erst wieder mit “Through Blood & Dirt & Bone” – ein schleppender Brocken, der nur schwer zu verdauen ist. “Villainy Thrives” bietet einen 80er Jahre Metal-Flair – erstmals im Album, so der Anschein, kommen hier auch mal wieder Shouts zum Einsatz. “Wake (The End Is Nigh)” beendet das Album mit einer musikalischen Achterbahnfahrt.

“Vengeance Falls” kommt beim ersten Hördurchgang nicht an “In Waves” oder “Shogun” heran – und dennoch ist es qualitativ hochwertiger! Es ist nicht das was die Fans hören wollen, aber TRIVIUM haben sich erneut einen Schritt nach vorne gewagt, sind reifer und erwachsener geworden. Soviel muss dem Quartett zumindest attestiert werden. “Vengeance Falls” enthält die Hymnen für große Stadion- und Festivalauftritte, aber leider auch einige auffällig unauffällige Songs zum Ende hin. Das gibt natürlich Abzüge in der B-Note. David Draiman hat den sonnenverwöhnten Metallern einen guten Sound und große Hits besorgt – den Rest liefern TRIVIUM natürlich selber: Die Ideen, das Songwriting und die Technik. TRIVIUM sind bereit die nächste ganz, ganz große Band zu werden.

8 von 10 Punkte auf der “I-am-chasing-a-daydream”-Skala