TRIVIUM – Silence In The Snow

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trivium silence

Sieben Alben, zwei davon mit Silber (“The Crusade”) beziehungsweise Gold (“Ascendancy”) ausgezeichnet, diesen Sommer haben sie eine Reihe an Headliner-Shows auf großen Festivals gespielt: TRIVIUM können auf eine lange und auch erfolgreiche Schaffenszeit zurückblicken. “Silence In The Snow” wird sich fraglos an ihre bisherigen stets hochwertigen CDs einreihen. Die Qualität erkannte auch schon Roadrunner Records vor langem, die letzten sechs CDs wurden allesamt über das zur Warner Music Group gehörende Label veröffentlicht.

Michael Elvis Baskette produzierte “Silence In The Snow”, Elvis arbeitete unter anderem schon mehrfach mit SLASH, ALTER BRIDGE oder BLESSTHEFALL zusammen. TRIVIUMs Werk ist in Sachen Sound mit Abstand das beste. Michael Baskette hob alle Vorzüge der Band hervor, welche sich hauptsächlich durch eine hervorragende Gitarrenarbeit und Matthew Heafys Klargesang auszeichnet. Matt zeigt sich mit einer druckvolleren und klareren Gesangsstimme, für die er Gesangsunterricht nahm. Dank einer neuen Atemtechnik traut sich der Vokalist die Töne länger zu halten und in ihrer Höhe zu variieren – frühere Kritikpunkte müssen auf Album nummero sieben also fallengelassen werden.

Mit einer gestiegenen Vocal-Qualität wurden auch die Shouts und Screams gänzlich gestrichen. “The Crusade 2.0” fragt sich hier vielleicht jemand? Und die Frage ist gar nicht so unberechtigt. TRIVIUM fokussieren sich in der Tat viel mehr auf Riffs aus der Kategorie des Heavy Metals, öffnen sich aufgrund der glasklaren Produktion. Auch die Vocals tragen zum einladen Gesamtbild bei. Für das Songwriting ließ sich das Quartett von Bands wie IRON MAIDEN, BLACK SABBATH, OZZY OSBOURNE oder RAINBOW – um nur einige zu nennen – inspirieren.

Erst wenn man über die Fassade des weißen Covers und der ersten, fälschlichen Impression hinwegsieht, sind große Parallelen im Klang und der Songstrukturen auszumachen. Lediglich “Snøfall”, das von EMPORER-Kopf Ihnsahn, bürgerlicher Name Vegard Sverre Tveitan, komponiert wurde, lässt sich nicht in die gleiche Reihe stellen. Trotzdem haben TRIVIUM ein eigenes Album komponiert, welches erst auf den dritten und vierten Blick seine wahre Qualität zeigt.

Da die Musik für das Album schon seit über einem Jahr fertig geschrieben wurde (der Titletrack stammt übrigens aus 2007, wie uns Matt im Interview verriet), hatte der neue Schlagzeuger Mat Madiro (vorher Bandroadie) keine Chance, eigene Akzente in die Musik einfließen zu lassen und ist damit, wie schon sein Vorgänger Nick Augusto (jetzt CORROSION) eher Beiwerk als vollwertiges Bandmitglied.

“Silence In The Snow” ist für modern ausgerichtete Old-School-Jünger eine Kollektion absoluter Höhepunkte. Auch wer klassischen Metal in einem anspruchsvollen aber nicht zu progressiven Flair sucht, wird mit TRIVIUMs neuem Longplayer glücklich. Die CD ist musikalisch gesehen die beste ihre Bandgeschichte, allerdings geht die moderne und junge Stimmung, welche in “in Waves” gipfelte, mitsamt der Shouts verloren.

8 von 10 Punkte auf der “set-fire-to-the-empire”-Skala