Tragedy Will Find Us-Tour

Artikel von
counterparts live milena

COUNTERPARTS haben sich in letzter Zeit in Europa zugegebenermaßen nicht gerade rar gemacht. Schon allein dieses Jahr sind sie nun, nach Supports für ARCHITECTS und STRAY FROM THE PATH, zum dritten Mal hier. Allerdings zum allerersten Mal als Headliner, und das mit einem hochkarätigen Line-Up und ihrem im Juli erschienenen vierten Album “Tragedy Will Find Us”. Am 04. Oktober spielten sie im Berliner Cassiopeia.

Pünktlich um acht betraten CAPSIZE die Bühne. Obwohl das Publikum am Anfang nicht so recht warm werden wollte, verausgabten sich die fünf Kalifornier und erfreuten sich einer guten Portion Applaus. Nach einigen Songs zog einer der Gitarristen kurzerhand mit Gitarre und Mikro in den Publikumsraum, denn ein Pit war bis dahin nirgends zu sehen.

Anschließend waren SENSES FAIL, die seit sieben Jahren nicht mehr in Europa getourt waren, an der Reihe. Zwar schienen, trotz ihres langjährigen Bestehens, nur wenige die Band zu kennen, doch Sänger Buddy gewann das gesamte Publikum für sich, als er über sein Coming Out und das Queer-Sein in der Punk-Szene sprach, und im selben Atemzug alle “homophoben und sexistischen A****löcher” bat, sich zu “verp***en”. Dies könnte ein guter Grund für die verbesserte Stimmung im Publikum für den Rest des Sets gewesen sein.

Schließlich war es Zeit für COUNTERPARTS, deren Set zu gleichen Teilen aus Songs vom neuen Album und älteren Publikumslieblingen bestand. Es war deutlich zu merken, dass der Großteil des Publikums nur auf den Headliner gewartet hatte, und demzufolge dauerte es nicht lange, bis die ersten Fans auf die Bühne stiegen, um Sänger Brendan Murphy zu unterstützen. Der hatte sich anscheinend von SENSES FAIL anstecken lassen, denn vor dem Song “Ghost” richtete er einige ungewohnt sentimentale Worte an das Publikum. Die beiden härtesten Songs vom neuen Album, “Stranger” und “Choke”, brachten erwartungsgemäß mehr Fans in den Moshpit als in die Nähe von Brendans Mikro, um die Lyrics hineinzuschreien. Doch bei Klassikern wie “Compass” oder “The Disconnect” tummelte sich der Großteil wieder direkt vor, oder gleich auf der Bühne. Sogar zwei Zugaben spielten COUNTERPARTS noch, bevor sie sich vom erschöpften, aber glücklichen Publikum verabschiedeten.

Abschließend lässt sich nur sagen, COUNTERPARTS könnten ruhig öfter als Headliner nach Europa kommen. Genug treue Fans dafür haben sie jedenfalls allemal.