TRAEOS – Alpha & Omega

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Traeos - Alpha_Omega Cover

Um TRÆOS war es lange still: Auf Facebook gab es über sieben Monate lang kein Update. Es ist sicherlich nicht nur mir so gegangen, dass die Band in Vergessenheit geraten ist. Und dann die Hiobsbotschaft: Die Band wird sich auflösen, da die musikalischen Differenzen unüberwindbar geworden sind. Um die letzten fünf Jahre entsprechend zu würdigen, gibt es zum Abschied die Mini-EP “Alpha & Omega”.

Alpha und Omega – der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets – also der Anfang und das Ende. Den Titel haben TRÆOS gut gewählt, denn die Scheibe makiert nicht nur das Ende der Formation, sondern auch den Neuanfang eines neuen Lebensabschnitts für jeden einzelnen. Auch ist der Name equivalent zu den Bildern der griechischen Mythologie, die TRÆOS so gerne verwenden.

“Alpha” ist mit seinem siebeneinhalb Minuten Laufzeit mehr als nur ein Hardcore-Song. Überwiegend atmosphärische Strecken rahmen das eigentliche Herzstück ein. Der Post-Rock-Rahmen kommt zwar mit warmen Klängen daher, spiegelt aber auch Verzweifelung wider. Die Einschätzun der Gefühle liegt im Auge des Betrachters.

Jene unelektronischen Ambient-Musik bietet auch “Omega” über weite Strecken. Zu den Gitarren, die die Musik anführen, gesellt sich dann noch melancholischer Klargesang – bis die Shouts, wie schon bei “Alpha”, losbrechen. Desto weiter der Song voranschreitet, desto satter und abenteuerlicher werden die Riffs.

Die Auflösung, die für unbestimmte Zeit gilt, überschattet die Qualität von “Alpha & Omega”. Die Songs sind vielseitig gestrickt. Die zahlreichen Facetten, die sich von Post-Rock bis hin zum Hardcore erstrecken, machen Lust auf mehr von TRÆOS! Mehr heißt in diesem Fall “Mnemosyne” und “Apollon”, die zwei vorherigen Releases; der Unterschied: Die zwei neuen Songs klingen reifer und überlegter. Farewell, TRÆOS!