THRONE OF HERESY – Antioch

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Wo liegen eigentlich die Grenzen zwischen Black und Death? THRONE OF HERESY lassen einen da manchmal etwas ins grübeln kommen. Nicht unbedingt nur wegen ihrer Texte. Denn trotz komplexer Songstrukturen und mäandernden Klangkulissen schaffen es THRONE OF HERESY, Walze auf Walze auf ihr Album “Antioch” zu packen. Diese grooven richtig fett und klingen zum Glück nicht aalglatt. Man will nicht sagen, diese Musik klinge plötzlich fröhlich. Aber doch sehr selbstbewusst und homogen. Ein genauerer Blick lohnt sich.

Die ersten Songs der in Schweden produzierten CD “The God Delusion”, “Serpent Seed” und “Nemesis Rising” sind kernig, treiben nach vorne und sind stark in sich geschlossen. Das Quintett um Sänger Thomas Clifford zeigt, melodisch epischen Metal schaffen zu können, der nicht überladen und auch nicht zu hart wirkt.

“Black Gates of Antioch” in der Mitte der CD ist eine dunkel gesungene Hommage an einen gefallenen Engel. Der Song zeigt besonders, wie stimmungsvoll die Inhalte in der Musik getragen werden. Antioch ist ein Name, der bei verschiedenen Städten aus der Antike benutzt wurde, benannt nach hellenistischen Herrschern.

“Phosphorus”, “Souls For The Sepulchre” und “Where Bleak Spirits Pass” bilden den Abschluss eines Albums, welches schon als ungewöhnlich in seiner Sparte gelten kann. Obwohl es doch alle wichtigen Merkmale für sein Genre erfüllt, offeriert es Diskussionsanreize. Es macht Spaß, immer wieder Neues darin zu hören, und bietet dementsprechend viele Eigenheiten. Es ist eine gute Entscheidung der Gruppe, die Songs nicht zu langatmig zu gestalten und nicht zu viel in die einzelnen Songs zu packen.

8 von 10 Punkte auf der “go-without-God-and-know-that-you-are-your-own-Master”-Skala