THE WORD ALIVE – Dark Matter

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Mit ihrem letzten Album “Real.” haben THE WORD ALIVE ihre Fangemeinde gespalten: Den Hardcore-von-Anfang-an-Fans wurde ihre Musik nun endgültig zu sehr Mainstream, während andere sich der Band aus Phoenix, Arizona, nach der Veröffentlichung dieses Albums erst zuwandten. Nun steht das vierte Album namens “Dark Matter” in den Startlöchern, bereit, auf die polarisierte Menge losgelassen zu werden.

Einen ruhigen Einstieg bietet “Dreamer”, mit einem eingängigen Gitarrenriff, das sich durch den gesamten Song zieht, und Sänger Telle Smiths Clean-Vocals, die erzählen, wie er einst von unmöglichen Dingen träumte. Der zweite Song “Trapped”, mit einem Intro, das an das gute, alte “Dragon Spell” erinnert, wirkt da schon weitaus vielversprechender. Den Inhalt mal außer Acht gelassen, könnte dieser Song, der einen Chorus mit Ohrwurmgarantie, sowie einige Screampassagen bietet, tatsächlich in die Fußstapfen jenes Publikumslieblings treten. “Face to Face”, mit einem langsamen Start, der sich nach und nach hochschaukelt, ist der perfekte Song für Sänger Smith, um seine Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen. Ich bin gespannt, wie er das mit seiner 200-Prozent-Einstellung live umsetzen wird.

Auch jene Fans, die sich beim letzten Album über zu wenig Screams beklagt haben, werden spätestens beim Hören von “Sellout” verstummen, und einsehen müssen, dass THE WORD ALIVE immer auf ihre eigene Art Hardcore sein werden, und das auch ohne Zuhilfenahme von Labels. Auf “Dark Matter” erforschen sie weiterhin die Welt der elektronischen Klänge, und vereinbaren diese wunderbar mit ihrem etablierten Sound: Die schweren Powerchords, die völlige stimmliche und instrumentale Verausgabung sind so präsent, wie man es von THE WORD ALIVE gewohnt ist. Bei den Texten ist der Albumtitel Programm. Sie gehen der dunklen Materie in den hintersten Winkeln des Gehirns nach und dringen ans Ohr der Hörer in Form von “Made This Way”, dem Titeltrack “Dark Matter” oder “Suffocating”.

Musikalisch gibt es auf “Dark Matter” zwar nicht besonders viele Überraschungen, da die Richtung von “Real.” weiterverfolgt und ausgebaut wird, inhaltlich dafür aber eine 180-Grad-Wende von “I’m not the one you should be worried about” (“Play The Victim” auf “Real.”) zu “I’ve been haunted by my dreams” (“Trapped” auf “Dark Matter”).

9 von 10 Punkten auf der “we’re-all-insane-in-a-beautiful-way”-Skala