THE GHOST INSIDE – Get What You Give

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Dieses Album ist ein Masterpiece! Erfahrt mehr zu unserem Special.

THE GHOST INSIDE sind aus meiner Plattensammlung nicht mehr wegzudenken. Die Jungs aus Los Angeles gehören seit jeher zu meiner Identifikation als Persönlichkeit, meinen Einflüssen als Musiker und meiner Seele als Mensch. Was für ein emotionaler Einstieg in ein Review, vor dem ich doch so viel Respekt habe.

War doch ihr Evergreen-Hit “Unspoken” vom zweiten Album “Returners” der absolute und ausschlaggebende Grund für mich, in die Welt des Metalcores und Hardcore einzutauchen. Seither bin ich gefangen. Ich kann mich erinnern: das geschah damals von einem auf den anderen Tag. Ich habe alles aufgesaugt, was die Band bis zu diesem Zeitpunkt an Musik zu bieten hatte: “Fury And The Fallen Ones” und “Returners” waren die Alben meiner jugendlichen Reinkarnation. Habe ich das gerade wirklich geschrieben?

“Get What You Give” ist das dritte Studioalbum der fünf Melodic-Hardcore-Giganten. Erstmals an Bord als Produzent ist Jeremy McKinnon, seines Zeichens kein geringerer als Sänger von A DAY TO REMEMBER. Die vorab veröffentlichten Singleauskopplungen “Outlive” und “Engine 45” schlagen sofort ein und füllen die Gemüter mit kribbelnder Vorfreude.

Der Opener der Platte “This Is What I Know About Sacrifice” gehört zum absoluten Pflichtprogramm bei THE GHOST INSIDE. In seiner Kürze einer der eindrucksvollsten Songs, so ausdrucksstark, so bezeichnend für den Rest des Albums, wenn nicht sogar für die ganze Band.

Inhaltlich greift das Quintett viele persönliche und emotionale Momente auf, wie zum Beispiel in “Engine 45” die zerstörerische Drogensucht von engen Freunden. Im ruhigeren Song “White Light” verarbeitet Sänger Vigil den plötzlichen Tod seines jüngeren Bruders Ryan, der eines morgens nicht mehr aufwachte.

Das Album ist durchzogen von Besonderheiten und Neuheiten, welchen, durch die einzigartige Stimmung der Songs, ein ganz besonderer Nachdruck verliehen wird. Beispielsweise taucht erstmals Cleangesang auf, der immer wieder zum Mitgröhlen einlädt. Man hat außerdem zu keiner Zeit das Gefühl, das Album sei an einem vorübergezogen. Die Eindringlichkeit, mit der THE GHOST INSIDE ihre Songs – selbst auf der Platte – rüberbringen, machen jeden Song zu einem besonderen Erlebnis.

Man möchte hier nichts beschönigen. Die ganze Härte des Lebens, aber auch eine Menge Energie und eine positive Herangehensweise an die kleinen oder großen Probleme eines jedes Einzelnen branden hier ins Gesicht. Der Sound der Platte tut sein Bestes dazu. Hier ist wenig aufpoliert oder elektronisch untermalt. Alles wirkt echt und wie aus einem Guss.

Bleibt zum Schluss nur zu hoffen, dass sich THE GHOST INSIDE von ihrem kürzlich schweren Busunglück erholen und auch aus diesen Rückschlag neue, positive Energie schöpfen und uns mit ihrer Kopf-Hoch-Attitüde begeistern.

10 von 10 Punkten auf der “this-is-what-I-know-about-sacrifice”-Skala