THE ALGORITHM – Brute Force

Artikel von
the-algorithm-dearly-demented-brute-force-review

THE ALGORITHM gelten längst nicht mehr als Geheimtipp. Das Projekt um Remi Gallego hat sich in der Prog Metal-Szene etabliert und die großen Festivals wie das Euroblast oder das UK Tech Metal Fest längst bespielt. Mit “Brute Force” meldet sich das Duo, bei dem auch Jean Ferry, Drummer von UNEVEN STRUCTURE mitspielt, zurück.

Benannt nach einer Hacker Methode stellt auch “Brute Force” ein mathematisch, informatisch interessantes Stück dar, das sich auch optisch daran orientiert. Musik für technikaffine Menschen, oder eben diese die den Grat zwischen Härte und Disco nicht sehen.

Bestehend aus einer Menge an synthetischen Klängen strukturieren sich djentige Breaksmit progressiv gespieltem Schlagzeug und Melodien, die eingängig sind und durch die vielen Klangfarben definitiv spannend klingen. Im Vergleich zu bisherigen Veröffentlichungen fällt klar auf, dass der Anteil an Gitarren sich deutlich erhöht hat. So spielt Gallego diese nun selbst live, zumindest dann, wenn es die Songs in ihrer Komplexität zulassen. Der Übergang vom ersten in den zweiten Song ist derart flüssig, dass dem Hörer gar nicht wirklich auffällt, dass es sich nicht um einen zusammenhängenden Song handelt. Aber auch Songs wie “Boot” beinhalten Riffing, eine Menge Breaks und sogar Soli, wie zum Beispiel in “Floating Point” zu finden.

Der Song “Pointers” fungierte als erste Single und ähnelt “Trojans” vom Stile des Videos , das auch die Fähigkeiten eines DJs, durch anfängliches Drücken der Space-Taste, kritisch in Frage stellt. Mit einer Menge Spielereien, so etwa einem eingebauten Computer-Error und kurzer Korrektur, ist dieser Track durch Eingängigkeit geprägt: so entwickelt sich dieser von heftigen Breakdowns zu einem tanzbaren Track, der durch einen treibenden Beat zum Reigen einlädt.

“Userspace” stellt eine kleine Ausnahme auf dem eher härteren und schnell agierenden Konzept des Albums dar. Dieser Song startet wie ein klassischer Drum ‘n’ Bass-Track, der durch ein atmosphärisches Gitarrensolo an Raum gewinnt und in einer großen Klangsphäre resultiert. Ein kleines weiteres Schmanckerl ist wohl “Deadlock”, bei dem der ebenfalls französische Komponist, respektive Produzent IGORRR mitwirkt und für einen remix-artigen Sound zwischen Breakcore und Djent, sorgt. Auch eine neue Version des wohl bekanntesten ALGORITHM Tracks “Trojans” ist zu finden, so wird diese auch einem Remix gleichende Version als (hard mode) betitelt und klingt in der Tat etwas härter und verrückter als der Ursprungstrack.

Das Hauptproblem an THE ALGORITHMs “Brute Force” ist wohl die klangliche Abwechslung. So klingt das Basiskonzept nach wie vor nach Synthetik, auch wenn sich der Gitarrenanteil erhöht hat, weicht das Duo nicht von einem etablierten Sound ab, der THE ALGORITHM einzigartig gemacht hat. “Brute Force” ist ein gutes Album, das eingängig und spannend komponiert wurde und wird Fans der Band sicherlich sehr viel Spaß bereiten, doch eine wirkliche Weiterentwicklung an verrückten Ideen, mit Ausnahme diverser eingebrachter Zitate, lässt sich nicht ausmachen. Kreativ ist das, was Remi Gallego hier geschaffen hat, dennoch. Fans der bisherigen Veröffentlichungen sei das Album ans Herz gelegt.

8 von 10 Punkten auf der “oui“-Skala