THE 69 EYES Universal Monsters Tour 2016

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Goth ‘n’ Roll lautet die Devise der mittlerweile etwas gealterten THE 69 EYES. Erst vor knapp zwei Wochen hat es das neuste Werk “Universal Monsters” ans Tageslicht geschafft und wir durften uns über eine Tour mit sieben Shows in Deutschland freuen.

Die Thüringer Dark-Rock-Band THE FRIGHT waren ursprünglich für das letzte Deutschlandkonzert in Hamburg angekündigt. Gegen 13 Uhr ließen sie dann aber über Facebook verlauten, dass ihr Tourbus vor der deutsch-belgischen Grenze “den Arsch hochgemacht” hat und sie es somit leider nicht mehr pünktlich nach Hamburg schaffen. Somit waren an diesem Abend THE 69 EYES in Hamburg ganz auf sich gestellt.
Eine Stunde vor Einlass sah es am Eingang der Markthalle noch sehr übersichtlich aus: Eine überraschend kurze Schlange, bestehend aus tiefschwarz gekleideten Menschen, hatte sich vor dem Eingangstor gebildet.

Dass das Durchschnittsalter nicht unbedingt bei 25 lag, fiel auf dem ersten Blick auf. Und auch Ausreißer, mit um die 80 Jahre auf dem Buckel, ließen sich blicken. Nach Einlass war es eine lange Zeit lang in der Markthalle leer. Vor der Absperrung waren zwei bis drei Reihen besetzt, der Rest der Halle füllte sich erst kurz vor 20 Uhr, dem ursprünglichem Konzertbeginn.

Da THE FRIGHT abgesagt hatten, sollte das Konzert nun aber um 20:30 beginnen. Einige Konzertbesucher wussten anscheinend nichts von der Änderung und wunderten sich, weshalb denn die Wartezeit-Playlist der Markthalle mittlerweile zum zweiten Mal von vorne begann. Um 20:30 wurde das Publikum ungeduldig. Am Bühnenrand wurden noch Instrumenten-Cases herangebracht, während der Techniker die Gitarren in aller Ruhe stimmte.

Mit einer Verspätung von 15 Minuten traten THE 69 EYES dann endlich auf die Bühne, begleitet von einem Intro auf französisch. Ohne großartige Begrüßung spielten sie auch schon mit “Devils“ den ersten Song des Abends.

Allgemein strotzte der Abend nicht wirklich von Publikumsinteraktion, stumpf wurde Song für Song abgeklappert. So gab es dann auch leider kein Statement zur Abwesenheit von THE FRIGHT. Abgesehen davon machte die Technik den ganzen Abend lang ziemlich zu schaffen: Dem Sänger Jyrki69 fiel das Mikrofon aus, die Gitarren waren nicht mehr zu hören und es gab eine unglaublich laute Rückkopplung, welche die Trommelfelle aller Anwesenden vor Qual schreien ließ.

Ziemlich unmotiviert blieb Jyrki69 stur auf einer Stelle stehen, während wenigstens die beiden Gitarristen Timo-Timo und Bazie ein mehr Bewegung auf die Bühne brachten. Aber auch Drummer Jussi69 bewegte sich fleißig und prügelte auf das Schlagzeug ein, wenn er sich nicht grade wieder während der kurzen Songpausen mit seinem Bier übergoss. Im Grunde gibt es leider nichts Herausragendes vom Konzert zu berichten. Gerade einmal drei Songs gab es vom neuen Album zu hören. Dafür fanden aber Songs wie “Dance d’Amour” oder “Betty Blue” und sogar noch ältere Lieder ihren Weg auf die Setlist.

Etwa eine Stunde lang stand die Band auf der Bühne, als sie wortlos diese dann wieder verließen. So wirklich Lust auf mehr hatte das Publikum nicht. Zugabe-Rufe waren rar gesät. Trotzdem kamen sie dann ziemlich schnell für drei Lieder wieder aus dem Backstagebereich. In 15 Minuten war diese dann aber auch abgefrühstückt und somit war das Konzert dann zu Ende. Das Konzert bleibt somit ziemlich gehetzt und enttäuschend in Erinnerung. Für etwa 24 Euro hatte man sich etwas mehr erhofft.