TERRORBLADE – Of Malice And Evil

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Eine Verbeugung vor Legenden und Genre-Helden kann mächtig in die Hose gehen, nämlich wenn man zuviel interpretiert anstatt auf eigene Stärken zu setzen. Mit diesem Problem haben die drei Münsteraner nicht zu kämpfen. Das Trio-Infernale kann mittlerweile schon auf mehrere Jahre Erfahrung zurückgreifen und man kann ihnen keinesfalls vorwerfen auf den Thrash Metal-Zug Ende des letzten Jahrzehnts mit aufgesprungen zu sein.

TERRORBLADE spielen Thrash Metal und verneigen sich vor KREATOR, SODOM und Bay Area-Legenden wie TESTAMENT und EXODUS. Die Herangehensweise ist äußerst abwechslungsreich, vor allem da man Thrash Metal eine gewisse Eintönigkeit vorwerfen kann. Von Eintönigkeit oder Monotonie kann hier keine Rede sein. TERRORBLADE setzen überraschenderweise nicht auf das Thrash Metal-Schema-F, durchgehend auf die Zwölf und lassen nicht eine Maschinengewehrsalve nach der anderen auf die Menschheit los. Thrash Metal der Neuzeit heißt, auch mal Abwechslung, durch weniger rasante Passagen in den Song miteinzubauen. Weniger rasante Passagen heißt hier, TERRORBLADE verfällt zu keiner Zeit in den Mid-Tempo-Bereich und Breakdowns haben im Thrash Metal sowieso keine Verwendung!

Der Gesang erinnert an KREATORs Mille, instrumental werden einem Genre bekannte Trademarks wie Doublebass-Drums, markante Riffs, interessante Leads und Melodien um die Ohren gehauen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie oben beschrieben, gehen TERRORBLADE nicht permanent Vollgas, hier und da wird die Schlagzahl marginal, aber doch deutlich verringert, dies dient immer dem Song und wirkt zu keinem Zeitpunkt deplatziert.

Das Album läuft von Anfang bis Ende gut durch, leider Gottes bleibt kein Song, mit vielleicht einer Ausnahme “Prometheus”, hängen, denn hier bohrt sich der Refrain in die Gehörgänge. Die übrigen Songs sind ausnahmslos mehr als einfach nur Durchschnitt und TERRORBLADE beweisen, dass Thrash Metal made in Germany mehr als KREATOR, SODOM und DESTRUCTION ist. An das teutonischen Dreigestirn des Thrash Metalls reichen sie trotzdem nicht heran.

TERRORBLADE besitzen großes Potenzial und mit ziemlicher Sicherheit wird man mit dem nächsten Schlag erneut angreifen. “… Of Malice And Evil” ist ein gutes Thrash Metal-Album, das bei ein paar Bierchen mit guten Freunden garantiert für viel Spaß sorgen wird.

7 von 10 Punkten auf der “the-gates-of-hell-are-open-now”-Skala