SUMMER BREEZE 2016

Artikel von
summer-breeze-open-air-2016-sebastian-rosche

Endlich Sommer. Also… Summer Breeze.

Und das kann man dieses Jahr wirklich wieder behaupten von und während dem Festival in Deutschlands Süden. Bei größtenteils wirklich gutem Wetter wurde den ca. 35.000 Besuchern wieder ein abwechslungsreiches und gutes Programm geboten. Das Summer Breeze hat wieder gezeigt, dass es garnicht größer werden braucht (und es auch garnicht wirklich mehr kann) als es momentan ist.

Aber fangen wir vorne an

Die Möglichkeit, bereits dienstags anzureisen, hat laut Veranstalter den bisherigen Stau etwas entzerrt und die Situation vor der Schleuse erheblich entspannt. Soweit nicht plötzlich in Zukunft alle schon am Dienstag anreisen, stellt diese Lösung unter dem Punkt also eine Verbesserung dar. Jedoch ist anzumerken, dass der Betreiber des Zubringerbusses von verschiedenen umliegenden Banhöfen nach Dinkelsbühl einen starken Rückgang von Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, verzeichnete. Möglicherweise eine Folge von Unwettersituationen auf anderen Festivals in diesem Jahr, weshalb viele gerne ein sicheres Auto mit am Zelt stehen haben.

Schaut man auf das Programm am Mittwoch, so ist das Infield noch geschlossen. Lediglich die T-Stage, die Camel Stage und der neue Campsite Circus, welcher außerhalb des Konzertgeländes steht, werden schon bespielt. Und Bands wie LOST SOCIETY oder GRAND MAGNUS auf der Zeltbühne werden dankbar angenommen und bei grandiosem Sound und Atmosphäre bereits heftig abgefeiert.  

Genervt wegen schlechtem Sound

Ansonsten stehen am Donnerstag die ersten großen Konzerte auf den großen Bühnen an. Bereits tagsüber liefern  DEEZ NUTS, EQUILIBRIUM und OHRENFEINDT heftig-deftige Konzerte ab. Ist bei der Main Stage und der Pain Stage alles gut ausgesteuert, hört man aus dem Zelt ab und zu Klagen über schlechten Sound. Aber davon lassen sich die Besucher nicht die Laune verderben. Auch nicht von einem kurzen, aber heftigen Schauer am frühen Abend. Bei AIRBOURNE und SABATON ist das Infield sehr voll. Und die Shows lohnen sich, auch wenn alt bekannte Elemente auftauchen. Joel O’Keeffe klettert wieder an der Bühne hoch, um von oben ein episches Solo rauszuhauen, und Joakim Brodén redet wieder einen Ticken zu viel. Trotzdem sind beide Bands live einfach ein Muss. Danach zeigt sich nur schon ein Problem, das sich aber nicht vermeiden lässt: Immer wieder spielen Bands gleichzeitig, die man als Besucher beide gern gesehen hätte.

Eine Kritik am Bühnensound gibt es ebenfalls am Freitag, diesmal auf der Pain Stage. Dennoch liefern die Bands meist gute Shows ab. SOILWORK sind gut drauf und das Publikum startet einen Pit nach dem anderen. MASTODON wirken, zusätzlich zu einem komplett übersteuerten Sound eine leider etwas statische Show ab. Viel mehr geht da heute nicht. Immerhin bekommen die Tontechniker den Sound später wieder ziemlich in den Griff.

Daneben treten auch wieder alte Bekannte des Breeze auf. FEUERSCHWANZ scheint es egal zu sein, wie groß oder klein die Bühne ist. Sie sind so omnipräsent und finden trotzdem immer ihr Publikum. Kann man mitnehmen oder nicht. Spaß ist garantiert. Bei ARCH ENEMY weiß man inzwischen auch, dass bei dieser Band eine gute Show Standard ist. Dementsprechend heiß ist das Publikum und geht volle Kanne von Anfang an mit.

Gleiches gilt für CARCASS und SLAYER. Wobei hier die Meinungen zu den Bands stark auseinander gehen. Jeder, wie er und sie es mag. Der Sound ist Bombe und gerade um die Uhrzeit kommen auch die Lightshows sehr gut zur Geltung. Mega!

Dein eigenes Ding

Am letzten Festivaltag gibt es leider wieder einige Bandüberschneidungen, welche für Unmut sorgen, andererseits aber auch zeigen, dass die Veranstalter ein gutes Händchen für die Auswahl haben. Während auf der Camel Stage, welche unter dem Motto Do your thing steht, viele interessante Bands stehen, kann man bereits mittags Bands wie BEYOND THE BLACK, LETZTE INSTANZ, D-A-D oder KORPIKLAANI abfeiern. Spätestens zu letzterer ist das Infield voll, zu SUBWAY TO SALLY ist die Feierlaune auf einem Hoch.

PAIN, welche von einer Grippewelle erfasst wurden, liefern trotzdem eine gute Show ab und ziehen viele Leute vor die Pain Stage. Dieser Gig zeigt, dass es auf dem Breeze nicht darum geht, große Headliner anzuziehen, um riesige Shows auf der Main Stage abzufackeln, worunter dann das restliche Programm leiden würde. Das ist toll und soll auch so bleiben, wie es auch von den Veranstaltern auf der Pressekonferenz bestätigt wird.

Danach gibt es einen Kontrast. STEEL PANTHER und BLUES PILLS sind die bunten Vögel auf den Bühnen dieses Festivals. Das Wetter zieht sich leider gerade an diesem letzten Abend zu. Die Leute stört das aber nicht, obwohl der Regen zeitweise wirklich stark zunimmt. Wen doch, der geht einfach später zu Bands wie PRIMORDIAL ins Zelt.

Insgesamt ist das Festival wie erwartet und erhofft sehr friedlich verlaufen und musste auch auf keine Unwettereskapaden reagieren. Dass es nicht komplett ausverkauft wurde, zeigt, dass es auch seitens der Besucherzahlen keinen Grund gibt, unbedingt mehr Karten anzubieten, was auch nicht im Sinne und Vermögen der Veranstalter wäre. Hört man sich auf den Zeltplätzen um, zeigen sich die Besucher eh sehr zufrieden mit dem Festival, so, wie es momentan ist. Eine Meinung, die sich grundsätzlich so unterschreiben lässt.