Streaming – Welcher Anbieter lohnt sich?

Artikel von
Streaming Test

“Musikhören – online – und nicht über die eigene Festplatte oder physische Tonträger. Das ist der Trend der zweiten Hälfte der 00er Jahre. Nachdem Napster und iTunes die Musikwelt digitalisiert haben, tragen Streaming-Dienste diese Idee noch weiter. Nun besitzt der Konsument die Musik-Dateien gar nicht mehr selbst, sondern streamt diese über Internet-Plattformen”, schrieben wir in unserer Themenwoche über Musik-Konsum im digitalen Zeitalter.

Diese Idee tragen wir nun ein Stück weiter und testen einige Anbieter: Darunter Marktführer Spotify, aber auch Newcomer, wie Aldi Life oder Juke.

seit wann online: 2008
Zugang: Browser, Desktop-App, Tablet-App, Smartphone-App, Playstation 3/4 und PS3/4 sind mit Smartgerät-App fernsteuerbar

kostenloser Zugang: Ja, Werbung jede halbe Stunde plus Werbeanzeigen, keine Offline Synch-Funktion.
Abonnement: 9,99€ pro Monat, 4,99€ pro Monat bei Studentenrabatt

Song-Anzahl: variiert je Land: Deutschland 2,9 mio.
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: Wunschlos glücklich, die meisten Labels sind vertreten. Aufgrund der großen Dominanz von Spotify veröffentlichen auch die meisten ungesignten Bands ihre Musik hier.

sonstiges Feedback: Über den gewählten Grünton als Coorporate Identity-Farbe lässt sich wohl streiten, andernfalls ist das Design der Apps schlicht und intuitiv zu bedienen. Spotify haben erst vor etwas über einem Jahr (Sommer 2014) ein massives Update herausgebracht, welches das Handling erheblich optimierte. So kann der Nutzer seitdem Alben zu einer persönlichen Musik Bibliothek speichern, wie es von anderen Mediathek-Plattformen wie zum Beispiel iTunes bekannt ist.

Mir ist positiv aufgefallen: Die Möglichkeit (als Premium Kunde), Musik “schnell mal speichern”, aber auch mit einem swipe wieder von seinem Gerät löschen zu können, macht das Leben doch schon erheblich leichter. So spart man sich eine Menge Speicherplatz und verlangsamt damit sein Gerät nicht.

In der Premium Version ist mir nach knapp drei Jahren Nutzung nichts aufgefallen, was mich stören würde.

Mir ist negativ aufgefallen: Wie auch im Fernsehen ist die Werbung beim kostenlosen Zugang laut und penetrant. Hier läuft es nach dem gewohnten “wer am meisten zahlt, wird beworben”-Prinzip, was bedeutet, dass man nicht umher kommt, sich halbstündig die neusten Pophits anzuhören. Zielgruppen-orientierte Werbung wäre hier wohl für beide Seiten vorteilhafter. Dann wiederum ist es ja auch ganz angenehm zu wissen, dass scheinbar die Privatsphäre respektiert wird und die Daten des Konsumenten nicht gesammelt werden. Die Werbung pausiert übrigens, sobald man die Lautstärke an seinem Mobilgerät unter ein gewisses Minimum dreht.

Fazit: Spotify ist – abgesehen von der moralischen Frage den Künstlern gegenüber – eine bahnbrechende Neuerung, die den Konsum von Musik deutlich vereinfacht. Einen Großteil der bis dato veröffentlichten Musik in seiner Hosentasche mit sich herumtragen zu können, ist schon etwas. Ich kann Spotify nur weiterempfehlen.

seit wann online: 2015
Zugang: PC, Mac und diverse mobile Geräte, Prime App

kostenloser Zugang: für Amazon Prime-Kunden

Song-Anzahl: über eine Millionen
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: Fast 5400 Alben und damit ungefähr ein Zehntel von állen Songs auf Amazon, die als Metal getagged wurden sind in dem neuen Streaming Dienst , den Amazon seit kurzem anbietet enthalten. Zusätzlich bietet Amazon eine Leihbibliothek für Kindle und ein Filme Streaming Portal an, jenes Fans von diversen Serien, aber auch Filme-Liebhabern ein interessantes und breites Spektrum an Blockbustern und Klassikern bietet.

sonstiges Feedback:

Mir ist positiv aufgefallen: Um dem ganzen auf den Zahn zu fühlen habe ich das Angebot wie folgt getestet. Ich wählte drei Bands, von denen ich überzeugt bin, dass sie für die Szene relevant sind und habe geschaut, ob diese auf dem Streaming Portal vertreten sind.

Den Anfang machen Architects, die momentan als eine der bedeutensten Bands im Bereich des Metalcores gilt. Positiv überrascht hat mich, dass nicht nur die aktuellen Alben verfügbar sind, sondern auch das 2006er Debut “Nightmares”, das mit den heutigen Architects wohl kaum noch zu vergleichen ist, vertreten war. Doch der Schein trügt.

Mir ist negativ aufgefallen: Das neuste Album “Lost Forever // Lost Together” ist zwar vorhanden, jedoch nicht im Prime Paket erhalten, so kommt es, dass man zwar die erste Platte der ARCHITECTS sowie “Daybreaker” und “The Here And Now” streamen kann, den Rest aber nicht.

Mit BURNING DOWN ALASKA hat man wohl den Newcomer des Jahres schlechthin, die mit ihrer ersten EP “Values & Virtues” einen grandiosen Meilenstein in ihrer Karriere gesetzt haben. Auch diese Platte ist auf Amazon verfügbar, bei dem Versuch diese anzuhören landet man jedoch nur bei der Preview, die für jeden User als Kaufentscheidung verfügbar und auf dreißig Sekunden begrenzt ist. Von der Qualität abgesehen, die nahezu unhörbar ist, ist dies wohl eher ein schlechter Scherz der Plattform.

Fazit: Insgesamt ist der Streaming Service den Amazon anbietet eine nette Idee, die allerdings grauenhaft umgesetzt wurde. So ist es nicht möglich einen extra Player zu benutzen, sondern nur, die Musik in einem Explorer-Tab zu streamen, was schnell für ein unübersichtliches Erlebnis sorgt. Von Benutzerfreundlichkeit kann in diesem Fall auch nicht die Rede sein. Während ich immer noch nicht weiß, ob ich einfach nur falsch geklickt habe, oder ob es nicht funktioniert, habe ich meine Suche schon aufgegeben und bleibe lieber bei Spotify, die neben einer großen Auswahl, eine gute Qualität und hohe Benutzerfreundlichkeit aufweisen!

seit wann online: 2007
Zugang: Computer, Tablet, Handy, Browser, App

kostenloser Zugang: ja (beschränkt -> nur durchgehend; Werbung, Standardqualität (Sound),
nicht Offline nutzbar)
Abonnement: 9,99€ pro Monat

Song-Anzahl: über 35 Millionen Songs
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: recht groß, bis jetzt war jeder Künstler nach dem ich gesucht habe vorhanden

sonstiges Feedback: Design ist sehr leicht zugänglich
Schnelle Anmeldung
Individuell angepasste Vorschläge und Playlists
Equalizer mit kostenlosem Zugang nicht verfügbar (Browser)
30 Tage kostenlos testen

Mir ist positiv aufgefallen: Hohe Auswahl an Künstlern und deren Alben (teilweise mehr als Spotify Bsp.: Periphery, Buckethead etc.)
30 Tage kostenlos testen
Künstler (auch ohne Label) haben leichten Zugang zur Plattform (inkl. Empfehlungen für Vertriebspartner)
Haufenweise Apps für so ziemlich alles (Fußball, Hörbücher, Disney etc.)
Offline nutzbar (Premium)
Import von iTunes-Bibliothek möglich (-> nur noch ein Player)
Design teilweise übersichtlicher als bei Spotify
Kein Counter

Mir ist negativ aufgefallen: Keine Rabatte (Studentenrabatt bei Spotify), Kein Counter, Wenig Individualisierungsmöglichkeiten

Fazit: Nach einer sehr flotten Anmeldung auf der Website (www.deezer.com) kann es direkt losgehen. Man wird zunächst darum gebeten, seine favorisierten Genre an zu geben, wodurch im nächsten Schritt eine Auswahl an Künstlern generiert wird, aus denen man nun seinen persönlichen Pool zusammenstellt. Natürlich hat der Nutzer die Möglichkeit über ein Suchfeld individuell nach Künstlern zu suchen. Anhand dieser Auswahl werden übrigens neue Künstler vorgeschlagen, die ähnlich klingen sollen. Im Gegensatz zu Spotify ist das ganze auch ohne die Installation einer App möglich, jedoch wird die App empfohlen, da diese noch übersichtlicher ist als die Browserversion. Das Design ist übrigens sehr intuitiv und so findet man sich nach einigen Minuten direkt zurecht, jedoch vermisst man einen Equalizer, wie man ihn beispielsweise in Spotify hat, doch das ist zu verkraften.

Sowohl App als auch Browserversion sind kostenlos nutzbar, jedoch nur mit Standardqualität (128 kbps) und ohne die Möglichkeit Songs Offline zu hören. Von Werbung oder Abspielrestriktionen fehlt bis jetzt – im Gegensatz zur For-Free-Version von Spotify – jegliche Spur. Sehr angenehm. Des Weiteren erwarten den Nutzer eine schier endlose Zahl an Zusatzapplikationen wie, beispielsweise, einer Hörbuchapp oder Fußballapp. Zusätzlich kann man auch seine gesamte iTunes-Bibliothek importieren und Deezer zur Universal-Musik-hör-App transformieren, was dem Nutzer das Laden seiner Musikbibliothek oder ständiges Playerswitchen erspart. Die Tatsache, dass die Alben in einer Ordnerstruktur dargestellt werden, trägt an dieser Stelle ungemein der Übersicht bei.
Ob das fehlen eines Counters, der die Gesamtabspielzahl anzeigt nun negativ aufgefasst wird, obliegt dem Nutzer, die – zumindest in der kostenlosen Version – kaum vorhandenen Einstellmöglichkeiten, sind jedoch ein Dorn im Auge. So könnte der Nutzer die fließenden Übergänge zwischen zwei Songs als äußerst störend empfinden und diese deaktivieren wollen. Das macht Spotify deutlich besser.

Im Gegensatz zu Spotify bietet Deezer jedoch eine – teilweise – größere Auswahl an Alben pro Künstler. „Periphery II: This Time It’s Personal” ist, im Gegensatz zu Spotify, verfügbar sowieso jedes Album von BUCKETHEAD. Aber auch vergleichsweise unbekanntere Acts wie VITJA oder BURNING DOWN ALASKA haben ihre Wege in die Deezerarchive gefunden. Sehr erfreulich.

Als Künstler fragt man sich nun: “Wie komm ich da rein?” Deezer hat sowohl für Bands mit als auch ohne Label eine Liste empfohlener Partner auf der Homepage, wodurch sich ein Zugang recht unkompliziert gestaltet. Zudem kann man sich die typischen Statistiken zukommen lassen, um einen Überblick über das Hörverhalten der Hörer zu bekommen. Also auch an dieser Stelle ein Lob.

Persönlich kann ich Deezer also jedem empfehlen, der – wie ich – gerne auf eine riesige Auswahl Musik zugreifen, dabei sein Datenvolumen im Blick behalten will und Wert auf Übersicht legt. Individualisierungsfanatiker werden hier sicherlich nicht glücklich – ob es als Premiumnutzer mehr Individualisierungsoptionen gibt, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Da ich jedoch mehr Wert auf Übersicht lege und es hasse mehrere Player nutzen zu müssen, ist Deezer für mich eine sehr gute Alternative zu Spotify. Da ich jedoch seit geraumer Zeit Spotifynutzer bin, den Studentenrabatt (nur noch 5 € / Monat) gerne in Anspruch nehme und keine Lust habe meine gesamte Künstlerbibliothek und jede einzelne Playlist erneut einzurichten, werde ich bei Spotify bleiben. Jedem anderen empfehle ich das Deezer-Probe-Angebot zu nutzen und sich selbst zu überzeugen.

seit wann online: 24. September 2015

Zugang: Browser, App, Napster (da ALDI Life ja eigentlich nur der Napster-Service mit dem ALDI-Logo vorne drauf ist)

kostenloser Zugang: : 30 Tage testen, kein Freemium-Modell
Abonnement: 7,99€/Monat. Für ALDI Talk-Kunden gibt es Daten, SMS und Streaming im Paket für 9,99€/Monat (Musikpaket M) und 14,99€/Monat (Musikpaket L)

Song-Anzahl: 34 Millionen Titel, 10.000 Hörbücher
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: gut bis sehr gut. Auch kleinere Bands sind vertreten (getestet am Beispiel Rising Anger), Probleme bei gleichnamigen Künstlern

sonstiges Feedback:

Mir ist positiv aufgefallen: Das Seitenlayout ist sehr übersichtlich, man findet sich sowohl in der Web-App wie auch am Smartphone schnell zurecht. Bei größeren Künstlern (wir reden hier von “größer” im Maßstab von EMINEM oder SLAYER) gibt es eine sehr ausführliche und ausnahmsweise sogar mal hilfreiche “Ähnliche Künstler”-Kategorie, in der unter anderem Zeitgenossen, Einflüsse und sogar Nebenprojekte der Künstler selbst aufgelistet werden. Davon können sich sogar dedizierte Meta-Seiten wie Last.fm oder Sputnik Music eine Scheibe abschneiden. Die Kosten sind mit 8 Euro im Monat mehr als vertretbar und für ALDI Talk-Kunden gibt es sogar noch den Bonus, dass man für 10/15 Euro im Monat eine Datenflat und den Streaming-Service bekommt, was den Dienst für diese zum Imperativ machen dürfte.

Mir ist negativ aufgefallen: ALDI Life bietet – im Gegensatz zu beispielsweise Spotify – keinen Desktop-Client an. Am Computer kann man den Dienst nur über den Browser erreichen. Die Smartphone-App ist funktionabel, aber langsam und pausiert mindestens einmal pro Album ohne die Einwilligung des Hörers, woraufhin man die App neu starten muss. Das kann aber auch am Testgerät liegen, eventuell funktioniert das auf stärkerer Hardware besser. Es gibt keine lückenlose Wiedergabe, worunter Alben, die im Prinzip ein durchgehendes Stück sind, besonders leiden. Bei gleichnamigen Künstlern hat der Dienst durchaus Probleme. Insbesondere bei Bands wie POLAR sucht man besser gleich nach dem Album oder Song, den man hören möchte. Ein ähnliches Problem gibt es natürlich auch bei anderen Diensten, aber hier ist es besonders arg.

Apropos ähnliche Probleme: Genre-Tags sind auch bei ALDI Life etwas fragwürdig. Niemand, der noch alle Saiten auf der Gitarre hat, würde zum Beispiel HEAVEN SHALL BURN als Hard Rock bezeichnen.

Scrobbling ist über die Web-App nicht möglich und am Smartphone nur über Third-Party-Applikationen realisierbar.

Fazit: Mit ALDI Life Musik schickt der Discounter-Gigant einen Dienst ins Rennen, der es mit einem Überfluss an bereits vorhandenen Diensten aufnehmen muss. Insgesamt gibt es wenig, was ALDI Life besser kann, als beispielsweise Spotify. Die “Ähnliche Künstler”-Kategorie sticht dabei hauptsächlich positiv heraus. Allerdings gibt es auch viele negative Aspekte: Insbesondere das Fehlen eines Desktop-Clients, das Fehlen einer Scrobbling-Möglichkeit in der Web-App und die träge Smartphone-App sind für mich ein Dealbreaker. Bis auf letzteres dürfte das allerdings einen Großteil der Zielgruppe des Streaming-Dienstes relativ wenig interessieren und besonders für diejenigen, die bereits Kunden von ALDI Talk sind, ist ALDI Life ein absoluter Schnapp. Für 10 beziehungsweise 15 Euro bekommt man sonst nirgendwo ein Paket aus Datenflat und Musik-Streaming. Ich persönlich werde aber vermutlich weiterhin bei traditionellen Methoden der Musikbeschaffung bleiben.

seit wann online: 30.06.2015
Zugang: Über iTunes auf PC, Tablets & Handy (nicht über Browser)

kostenloser Zugang: kein kostenloser Zugang, aber 3 Monate Testzugang (mit Apple ID)
Abonnement: 9,99 € pro Monat, 14,99 € pro Monat im Familienabo

Song-Anzahl: 30 Millionen
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: gut sortiert (ähnlich wie bei Spotify)

sonstiges Feedback: Mit Apple Music zieht Apple seit diesem Sommer nach und macht sich auch auf dem Musik-Streaming Markt breit. Dabei musste sich Apple wohl keine Sorgen um das Design machen; der Streaming-Dienst wurde nämlich direkt in iTunes integriert. Vom ersten Eindruck her erscheint Apple Music alle Wünsche zu erfüllen, funktional und praktikabel zu sein. Leider hat der Streaming-Dienst aber so seine Tücken.

Mir ist positiv aufgefallen: Features wie Beats1 und Connect sind Neuheiten im Bereich des Musik-Streamings und aus meiner Sicht sehr positiv zu bewerten. Apple versucht alles zum Thema Musik auf einer Plattform zusammen zu fassen; dies scheint auch zu gelingen. Mit dem eigenen Radiosender Beats1, der 24 Stunden Programm mit Live-Moderation aus drei unterschiedlichen Zeitzonen sendet, hat Apple eine kleine Revolution im Bereich Internetradio geschaffen. Wer außerdem noch mehr von seinen Lieblingskünstlern hören und sehen will, kann ihnen via Connect folgen. Das eingebaute Tool kann man sich dann als eine Art Instagram im iTunes vorstellen. Außerdem ermöglicht Apple Music es, Musikvideos ohne Werbeblöcke anzusehen. Auch das ist bei anderen Streaming-Diensten nicht möglich. Die Künstlerseiten sind dementsprechend gut aufbereitet und zeigen sowohl alle Alben, als auch Videos und zusätzliche Informationen.

Mir ist negativ aufgefallen: Zuerst war ich von Apple Music völlig begeistert und habe überlegt von Spotify zu Apple Music zu wechseln; doch dann fingen die Probleme an. Wer überhaupt Zugang zum Testabo oder zu Beats1 haben möchte, muss iTunes besitzen und sich mit einer Apple ID anmelden. Soweit so gut. Wenn mir nun ein Album gefällt und ich dieses speichere, wird die Musik in meine iTunes Bibliothek verfrachtet. Zwischen den Alben, die ich persönlich besitze, finden sich auf einmal alle gespeicherten Apple Music Alben und Songs wieder. Um überhaupt etwas bei Apple Music speichern zu können, muss ich meine Bibliothek mit iCloud synchronisieren. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde es kompliziert. Wer sich ein bisschen mit Apple Produkten und der Cloud auskennt, kann sich ein das Problem für Musikliebhaber schon denken. Der Speicher von iCloud ist begrenzt und so ist bei spätesten 25.000 Titeln in der Bibliothek Schluss! Egal, ob die Titel nun aus Apple Music oder von einer gekauften CD stammen. Apple baut damit schon so viele Beschränkungen in seinen Dienst ein, dass man aus Kompatibilitätsgründen wohl besser Mac, iPad, iPod und iPhone besitzt – zusätzlich gekaufter iCloud Speicher wäre auf Dauer dann auch nicht schlecht. Bisherige Nutzer berichten außerdem davon, dass die Kopplung von Apple Music und iTunes dazu führt, dass eigene Titel aus der Mediathek verschwinden. Bitte tut mir das nicht an…

Fazit: Ich persönlich bin nun schon lange zahlender und zufriedener Spotify-Kunde. Ich liebe meine Playlists. Egal, ob selbsterstellt oder von Spotify abonniert. Ich war trotzdem mehr als bereit mich von Apple Music überzeugen und abwerben zu lassen, da mich gerade die Verknüpfung mit der iTunes-Mediathek und das Konzept von Beats1 begeistert haben. Jedoch habe ich für mich schnell feststellen können, dass zu viele negative Aspekte überwiegen und ich persönlich von einem Wechsel absehen werde. Ich finde mich bei Apple Music schlechter zurecht und schätze die Ansicht von Spotify mehr. Ein absolutes No-Go ist in meinen Augen allerdings die Verpflichtung die Mediathek mit iCloud synchronisieren zu müssen; ansonsten lässt sich erst gar kein Album in der Mediathek speichern. Als Musikjunkie möchte ich mir nicht sagen lassen, dass nach 25.000 Titeln Schluss ist. Angeblich versucht Apple dies für die Zukunft zu ändern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Apple Music viel mitbringt und eigentlich noch deutlich mehr Potenzial hat. Allerdings müssen sich dazu aus meiner Sicht ein paar Dinge ändern, um dem Kunden auch wirklich Funktionalität anstatt Einschränkungen bieten zu können. Wer nicht mehr als 25.000 Titel braucht, vielleicht eh nicht viel eigene Musik in iTunes gespeichert hat, keine Angst davor hat, dass Apple diese Musik ausversehen löscht und ein Fan von iCloud ist, wird sich bei Apple Music wohlfühlen. Wer doch eher auf Musik ohne Begrenzung, einfache Handhabung und eine eigene geschützte Mediathek steht, sollte lieber auf Spotify oder andere Anbieter ausweichen. Aus meiner Sicht ist Apple Music leider momentan noch ein Flopp – mit so viel Potenzial, dass es mir fast schon körperlich weh tut! Allerdings wäre es ja nicht das erste Mal, dass Apple irgendwann die Kinderkrankheiten ausmerzt und anschließend Marktführer wird. Wir werden sehen.

seit wann online: 12.11.2013 (EU)

kostenloser Zugang: 30 Tage
Abonnement: 9,99€ pro Monat, 4,99€ pro Monat bei Studentenrabatt

Song-Anzahl: bis zu 50.000
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: Insgesammt breit gefächert und gut sortiert, auch kleine Bands, die nicht im Mainstream schwimmen, lassen sich finden

sonstiges Feedback: Übersichtlich, einfach zu bedienen, unkompliziert. Bandnamen werden schnell gefunden und bei der Suche auch bereits vorgeschlagen.

Mir ist positiv aufgefallen: Kurze Infos + Bild zu den einzelnen Bands, so dass man weiss, wen man da vor sich hat

Mir ist negativ aufgefallen: Nach Schlagworten zu suchen bringt nichts (Death Metal oder Hardcore als Suchbegriff bringen im Prinzip keine nennenswerten Ergebnisse) → man sollte besser gleich den Namen der gesuchten Band eingeben. Einen Überblick über ein Genre o.ä. gibt es aber nicht, höchstens Verweise auf ähnliche Bands, wenn man bei einer speziellen Ergebnisse angezeigt bekommt

Fazit: Wenn man weiss, von welcher Band man ganze Alben oder auch nur einzelne Lieder haben will, wird man bei Google Play in der Regel fündig. Sollte man ein komplettes Album laden wollen, lohnt es sich aus finanzieller Sicht, es als Komplettpaket zu kaufen, statt jedes Lied einzeln. Da die Songs dann geladen sind, ist es an sich gut, unterscheidet sich aber vermutlich kaum von anderen Diensten. Wenn, dann durch Parameter wie Preis oder Verfügbarkeit. Ich persönlich habe aber nicht vor, diesen Dienst in nächster Zeit selbst zu nutzen. Generell kann man ihn aber empfehlen.

seit wann online: 2013
Zugang: Browser, Smart-TV und Apps für Tablet und Smartphone (Apple Store, Google Play, Samsung Apps)

kostenloser Zugang: ja
Abonnement: -

Song-Anzahl: 120.000 Musikvideos
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: ansehnlich, auch wenn nicht alle Musikvideos der jeweiligen Künstler verfügbar sind, schwächelt im Pop-Punk-Bereich

sonstiges Feedback: Das Menü ist unterteilt in Meine Musik, Sender, Mediathek und Entdecken, da Ampya kein Musik-Streaming-Dienst im eigentlichen Sinne mehr ist, sondern sich nach der Verschmelzung mit Putpat.tv und der Abgabe des Streaming-Dienstes an Deezer auf Musikfernsehen beschränkt hat. Der Dienst ist intuitiv leicht zu verstehen und bietet auch Features wie Tipps der Redaktion oder News-Artikel über die jeweiligen Künstler.

Mir ist positiv aufgefallen: Im Gegensatz zu anderen Streaming-Diensten verfügt Ampya über eine Redaktion und kann daher auch mit thematisch zusammengestellten Sendungen, sowie zusätzlichen Informationen über die Künstler und Insider-Tipps punkten.

Mir ist negativ aufgefallen: Nur Songs, zu denen Musikvideos gedreht wurden, sind auf Ampya verfügbar.

Fazit: Durch die Abspaltung des Streaming-Dienstes hat Ampya an Musikvielfalt verloren, ist aber eine gute Alternative, um die Musikvideos zu sehen, die bei YouTube nicht verfügbar sind. Außerdem sind die Themensendungen und das News-Feature ein Bonus, den es so bei anderen Anbietern nicht gibt. Trotzdem überwiegt für mich die relativ geringe Anzahl an Songs als negativer Kritikpunkt und ich werde Ampya, wenn, dann in Kombination mit anderen Diensten weiter benutzen.

seit wann online: 2015
Zugang: Apps für mobile Geräte, Browser-Zugang

kostenloser Zugang: 30 Tage Testphase ohne Einschränkungen, kein Gratis-Service mit Werbung
Abonnement: 9,99 € (kann drei Monate kostenfrei genutzt werden)

Song-Anzahl: mehr als 25 Millionen Songs
Repertoire für Rock, Metal, Hardcore: Große Auswahl der gängigen Label, auch kleine Bands vertreten

sonstiges Feedback: Das Design in Anthrazit anderen Dunklen Schattierungen ähnelt der Aufmachung Spotifys lediglich die Akzentfarbe grün wurde durch gelb ersetzt.

Mir ist positiv aufgefallen: Die Offline-Funktion der JUKE App speichert Playlists und als Favoriten markierte Songs im im WiFi automatisch auf dem Smartphone oder Tablet und spielt sie auch dann ab, wenn keine Internetverbindung besteht. Gespeicherte Playlists und markierte Favoriten werden automatisch zwischen allen benutzten Endgeräten (max. drei + PC) synchronisiert.

Mir ist negativ aufgefallen: Die Ladezeiten von Juke sind erstaunlich lange, zumindest ist der Internetuser mit gutem Internet keine zwei-sekündigen Wartezeiten mehr gewohnt. Unter jedem Artist werden dem hörer ähnliche Künstler vorgeschlagen, die teilweise rein garnichts mit der ursprünglichen Suche zu tun haben – Verbesserungsbedarf! Wenn ich Death Metal suche, will ich nicht die PUHDYS finden.

Fazit: Eigentlich kann an Juke nicht sehr viel ausgesetzt werden, zumindest arbeitet der Dienst ohne große Fehler. Durch ein faires Bezahlangebot kann der Hörer auch Offline Musik streamen. Trotzdem überzeugen andere Anbieter mehr, vielleicht auch, weil Saturn und Media Markt jetzt erst in den Markt einsteigen, während sich andere Dienste schon etabliert haben und als Synonym für Musik-Streaming per se gelten. Juke wird in dieser Assoziationskette erst ganz am Ende genannt werden.

Wir haben uns nur mit einer begrenzten Auswahl beschäftigt – die Testergebnisse sind subjektive Eindrücke der jeweiligen Redakteure und spiegeln dennoch das Verhalten eines Musikhörers wider.

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