STORM SEEKER – Pirate Scum

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STORM SEEKER sind sechs Piraten und Piratinnen aus Düsseldorf beziehungsweise Neuss, welche sich dazu entschlossen haben, Musik zu machen. Hier für bedienen sie sich, neben der üblichen Instrumenten bei Metal Bands, einer Drehleier, einer Blechflöte, einem Akkordeon und einem Cello. Und das ganze nennen sie dann Pirate Folk Metal. Klingt auf dem ersten Lauschen nach Seegang und Hafenspelunke. Dann hört man die EP und kann dem nur zustimmen. “Pirate Scum” ist ihre erste Scheibe und die Band gibt es auch erst seit 2013. Hören tut man dies aber gar nicht, klingt das ganze doch sehr professionell. Es sind allerdings auch einige Gastmusiker zu hören, immerhin sieben Leute wurden eingeladen ihre Künste mit zu verewigen. Die CD selbst kommt in einem schönem Digi-Pack mit einem schön entworfenen Booklet.

Die Musik auf der EP erinnert sowohl an IN EXTREMO als auch an ELUVEITIE. Ein Gemisch. Die Stimme von Timo ist auch schön rau, ganz so wie man sie von einem Piraten-Kapitän erwarten würde. Gleich beim ersten Ton fühlt man sich dran erinnert und taucht gleich ein ins Piratenleben ein und verlässt es erst wieder, wenn die EP fertig ist. Die sechs Lieder sind auch nicht eintönig sondern jedes Lied hebt sich in seiner eigenen Art heraus und hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Besonders gefällt mir “The Longing”, das einzige Lied auf dem Patricia mitsingt. Der Anfang entführt einen zuerst ins keltische, mystische, holt einen dann aber ziemlich schnell aufs Schiff. Das Lied hat schöne rhythmische Parts, gefolgt von ruhigeren Abschnitten, zu welchen Patricias Stimme sehr gut passt. Besonders hier fühlte ich mich an ELUVEITIE erinnert, nicht zuletzt weil ich finde, dass eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Stimme von Anna Murphy und Patricia besteht. Zufällig spielen auch beide die Drehleier.

Man kann sich jetzt natürlich fragen, wenn es wie IN EXTREMO und ELUVEITIE klingt, wieso kann man denn dann sagen, dass es sich um Pirate Folk Metal und nicht einfach nur Folk Metal handelt? Nun, ein Blick in die Texte beantwortet einem dies. Das erste Lied auf der EP, “Destined Course”, erzählt von einem Mann, welcher als Steuermann auf einem Piratenschiff anheuert und damit ein neues Abenteuer beginnt. Auch die anderen Lieder reden von der Jagd nach dem Gold anderer, dem Trinken von Rum oder allgemein vom Leben als Pirat und deren Risiken. Hier kommt man also nicht mehr drumherum von Pirate Folk Metal zu reden.

Das einzige Manko an der EP ist, dass sie so kurz ist und uns nur mit 22 Minuten Musik versorgt. Da muss schnellstens mehr Musik her, also macht mal schnell eine ganze LP. Auch würde ich mir wünschen, dass Patricia auf mehr Liedern mitsingt, da sie Timo doch sehr gut ergänzt. Bis dahin schnappe ich mir ne Buddel voll Rum, lunger auf der Couch rum und schau mir die Fluch der Karibik Reihe an.

9 von 10 Punkte auf der “I’ll-be-on-my-way”-Skala