ROAM – Backbone

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Oberflächlich betrachtet sind ROAM nur eine weitere Pop-Punk-Band, von denen, die zur Zeit so zahlreich aus dem Boden sprießen. Doch irgendetwas an ihrer Musik bewirkt, dass man sie nicht sofort als eine dieser abtut, sondern ihnen mehr Beachtung schenkt. Sei es, dass sie sich in keine der Unterkategorien Emo/Pop-Punk, aggressiver Pop-Punk oder Ähnliche einordnen lassen, oder, dass beide Mitglieder der Band, die den Namen Alex tragen, ihren Teil zum Gesang beisteuern. Vielleicht liegt es auch daran, dass man sofort merkt, dass die Band selbst am allermeisten Spaß an ihrer eigenen Musik hat. Was es auch ist, ROAM sind etwas Besonderes in diesem mittlerweile nicht mehr allzu besonderen Genre.

Auf ihrem Debütalbum “Backbone” zeigen ROAM zwar etwas mehr Zuwendung zu kommerziellen Strukturen, aber das ist keineswegs negativ einzustufen. Das bedeutet nämlich auch, dass sie hier mit einem durchdachten Konzept ans Werk gegangen sind. Das einer Radiosendung nachempfundene Intro versetzt den Hörer in die gewollte, aufregende Stimmung, denn es ist jedes Mal etwas anderes, einen Song, den man mag, im Radio zu hören, als von der Konserve. Im Anschluss daran ist “Cabin Fever” zwar nett, aber ziemlich vorhersehbar. “Deadweight”, hingegen, wartet mit allem auf, was ROAM ausmacht: Ein Refrain, der im Ohr bleibt. Die grundverschiedenen Stimmen von Alex Costello und Alex Adam. Raffinierte Gitarrenparts. Energetische Drums. Insgesamt erinnert der Song sehr an SIMPLE PLAN, mit denen ROAM passenderweise im Mai durch Europa touren.

Trotz sporadischer melancholischer Töne in “Bloodline”, “Tell Me” und dem Akustik-Song “Tracks” findet sich kein deprimierender Inhalt auf dem Album. ROAM haben sich dem Spaß an der Sache verschrieben, und diese Einstellung gelangt durch ihre Musik direkt zum Hörer. Denn “Backbone” als Gesamtwerk weckt den Drang, alle Songs laut mitzusingen und dazu herumzuspringen. Besonders herausstechend sind neben dem bereits erwähnten “Deadweight” auch der Song mit dem originellen Titel “RIP in Peace” mit zahlreichen Tempowechseln, und “Leaving Notice”, das den krönenden Abschluss zu diesem Album bildet.

Mit “Backbone” haben es ROAM geschafft, sich sowohl im Ohr als auch im Gedächtnis der Pop-Punk-Hörerschaft einen festen Platz zu sichern, und trotz scheinbar ähnlichen Mustern zwölf individuelle Songs zu kreieren.

9 von 10 Punkten auf der “just-remove-the-things-you-doubt”-Skala