Rhein Rock 2014

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Das Rhein Rock steht für ein vielseitiges Programm und ist daher ein Magnet für musikbegeisterte Jugendliche und Junggebliebene. 2014 hatte das Open Air jedoch einen schweren Stand, da das Wetter quasi pünktlich zum Einlass um dreizehn Uhr auf Regen umschlug – und es regnete in einer Tour bis weit in den Abend hinein. Trotz der beschissenen Witterung kann den Monheimern keine Lethargie nachgesagt werden: Neben den mehr als vierhundert Vorverkaufstickets, wurden weit mehr als zweihundert Tickets an der Abendkasse erstanden.

DEARLY DEMENTED war auf dem Rhein Rock 2014 mit einem eigenen Stand vertreten – wer kurzfristigen Schutz vor dem kalten Nass suchte, konnte sich die Zeit mit Linoldruck und einem Gewinnspiel vertreiben. Auf Facebook könnt ihr euch die Fotos vom Stand sowie den Bands ansehen. >Zum Fotoalbum<

THE CLOWN’S PROJECT eröffneten den Festivaltag mit Alternative Rock. Die Musiker treten standgemäß mit gruseliger Clownsschminke auf. Über einige Ungereimtheiten beim Auftritt und im Songwriting sahen die nassen Fans hinweg. Wesentlich abgebrühter war der Auftritt von BUFFET OF FATE aus Mainz, die mit Samples, Breakdowns und Rum-Cola aus einer Wasserpistole ordentlich Applaus ernteten. Auch scheuten sie sich nicht davor, vor der Bühne in den Regen zu treten, wie so manche andere Künstler an diesem Tag. Die Bandmitglieder hielten sich nach ihrer Spielzeit auf dem Festivalgelände auf und quatschten mit dem Publikum. Für BUFFET OF FATE lässt sich dieser Nachmittag als erfolgreicher Ausflug von Mainz nach Monheim abhaken.

Den Härtegrad der Mainzer Band konnten INSIDIOUS mit ihrem Metalcore noch steigern. Tiefe Growls über sozialkritische Themen und gekonntes Riffing schallte eine dreiviertel Stunde von der Bürgerwiese. Auch wenn INSIDIOUS aus Langenfeld vielen Monheimern ein Begriff sein sollte, feierten diese nicht so lauthals mit wie beim vorherigen Act. Vielleicht kamen auch der patzige Wunsch nach mehr Bewegung von Sänger Alex jenseits des Wellenbrechers komisch an.

VOODOMA stellten im Anschluss das nächste Genre vor: Gothic Rock. Bei der Düsseldorfer Band ging es in den Ansagen um Bierkonsum – dabei aber ohne ein Augenzwinkern wie bei BUFFET OF FATE. Obwohl VOODOMAs Musik melodisch und eingängig und aufgrund der Elektro-Effekte auch tanzbar ist, schienen ihnen mehr und mehr Publikumsanteile verloren zugehen.

Vielleicht war in der Zwischenzeit der Anteil der Punker auf dem Rhein Rock gewachsen, die auf die ROGERS warteten und herzlich wenig mit Gothic anfangen konnten. Dementsprechend brachten die ROGERS das Publikum dazu ihre die Fäuste gen Himmel zurecken und sich zu bewegen. Die Gitarrenfraktion um Frontmann Chri und Nico machten mächtig Dampf und das gefiel allen!

Wo die ROGERS kein Metal, aber noch satten Rock spielten, betreten DIRTY HORSE die Blues-, Pop- und Rock-Sektoren. Die Band bemühte sich Sängerin Jennifer Jones in Szene zu setzen – und sie versuchte das auch. Mit Popping (Roboter-Tanz) und gewöhnungsbedürftigen Quietschgeräuschen erreichte die Stimmung auf dem Rhein Rock 2014 seinen zwischenzeitlichen Tiefpunkt. THE BLACK SHEEP konnten durch ihr sympathisches Auftreten und vielseitigen Lieder die Fans wieder von unter den Bäumen, Zelten und Bierwagen weg und vor die Bühne locken. Auch wenn den vier Damen die Leidenschaft zur Musik anzumerken ist, fehlte der letzte Biss für einen perfekten Auftritt im Anbetracht des energiegeladenen Nachmittags.

Als Co-Headliner lief die Rhein Rock-Stammband EPILIRIUM auf. In erster Linie spielte das Quintett Songs ihres ersten Albums Hairy Metal. Songs wie “Elchkult” kamen gut an. EPILIRIUM konnten trotz eines etwas statischen Auftritts auf die verbale Unterstützung verlassen und feierten einen soliden Auftritt, der der idealen Spielzeit um einundzwanzig Uhr auf jeden Fall gerecht wurde.

Der richtige Headliner waren jedoch die KILLERPILZE, denen live das Konzept des Erwachsenwerdens besser als auf Platte gelingt. Trotzdem hatten sich zahlreiche junge weibliche Fans in die ersten Reihen gedrängt und kreischten die Musiker an. Jo, Max und Fabian traten sehr professionell auf – hier saß jeder Schritt, jedes Riff und jeder Gesangspart. Mit einem guten Einsatz von Lichttechnik wurde auch das Publikum in die Show integriert. Für die KILLERPILZE hat sich der weitere Anreiseweg aus Dillingen in Bayern auf jeden Fall gelohnt. Wer um zwölf Uhr, nach eineinhalb Stunden in denen die KILLERPILZE mit smoothen Rock gegen die Kälte ankämpften, noch nicht genug hatte, konnte mit BAD BONE JUNCTION die Nacht zum Tage machen. Das Rockabilly-Trio lief als Late Night-Act auf.

Trotz stundenlangem Regen haben die Fans auf dem Rhein Rock Open Air 2014 gefeiert. Die Bands zeigten überwiegend eine gute Show – dass das Wetter die Stimmung von allen, sowohl Musikern, Helfern und nicht zuletzt den Gästen, am Boden hielt, muss leider hingenommen werden. Die Highlights waren BUFFET OF FATE, ROGERS und die Auftritte von EPILIRIUM und dem Headliner KILLERPILZE.

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