Record Store Day 2016

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Record Store Day 2016

Der Record Store Day findet seit einigen Jahren immer am dritten Aprilsamstag statt, mit dem Ziel, den unabhängigen Plattenläden wieder mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Für mich war dieses Jahr das erste Mal, dass ich dem Record Store Day mehr Beachtung schenkte. Dazu muss ich wohl erwähnen, dass ich zwar ein Fan davon bin, die Releases meiner Lieblingsbands auch in den Händen zu halten, statt sie nur digital zu besitzen, mich dabei aber bisher mit CDs begnügt habe. Viele Bands veröffentlichen anlässlich dieses Feiertages neue, limitierte Auflagen ihrer Alben. Bis jetzt waren einfach nie solche dabei, die mich bewogen hätten, auf Vinyl umzusteigen.

BEACH SLANG, eine Band, die ich seit ihrem Konzert in Berlin im Februar nur noch mehr lieben gelernt habe, trugen dieses Jahr auch ihren Teil zum Record Store Day bei. Ihre EP “Broken Thrills” (eigentlich nur die Kombination der beiden ersten EPs “Who Would Ever Want Anything So Broken?” und “Cheap Thrills On A Dead End Street”) würde als limitierte Picture Disc in einer Auflage von 1000 erscheinen. Ich zog also am Samstag, den 16. April, mit einer Freundin im Schlepptau los, eigentlich ohne festes Ziel. Wir wollten uns nur die Stimmung, die wir in den Plattenläden vermuteten, nicht entgehen lassen.

Tatsächlich war im ersten Laden, den wir betraten, die Vinylabteilung um einiges besser besucht als an anderen Tagen. Um nicht zu sagen, es herrschte ein regelrechtes Gedränge um die Aufsteller vom Record Store Day. Jeder flippte nervös durch die Platten, um seine Wunsch-LP zu finden. Dabei schaute ich den Suchenden interessiert über die Schulter: Der Großteil der vorhandenen Veröffentlichungen stammte von Künstlern, deren Karriere begonnen hatte, als Vinyl noch das aktuellste Medium für Musikkonsum war. Spaßeshalber durchstöberte ich auch mal selbst die Kisten, denn das Gefühl, die Musik einer Band, die man hört, im Laden zu sehen, ist immer um einiges aufregender, als die Titel auf dem eigenen Computerbildschirm zu haben. Vielleicht wäre ja sogar ein Exemplar der BEACH SLANG-EP darunter.

Ich wollte sie wirklich nicht kaufen. Wirklich nicht, ich schwör’s. Aber als ich tatsächlich auf die “Broken Thrills” Picture Disc stieß, und sie, dank des Artwork von Drew Millward, so unglaublich schön war, und die Menschen um mich herum so aufgeregt suchten, und aufgeregt fanden, was sie suchten, da wurde ich mitgerissen. Ich konnte einfach nicht anders. Ich musste sie kaufen.