SABATON im Interview

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Von Klein nach Groß

Es ist inzwischen lange nicht mehr das erste Mal, dass ihr auf dem SUMMER BREEZE oder anderen großen Festivals spielt. Seht ihr SABATON als eine Festivalband, oder macht es für euch keinen Unterschied, auf großen Bühnen oder in Clubs zu spielen?

Pär: Grundsätzlich haben wir uns einen Großteil unserer Fanbasis auf Festivals erspielt. Sie sind quasi ein natürliches Umfeld für SABATON. Mir persönlich macht es aber mehr Spaß, wenn wir eine Clubshow spielen, wenn man näher am Publikum dran ist und mehr Interaktion möglich ist.

Diesen Unterschied können ja quasi alle Bands bezeugen.

Hannes: Als Band hast du ja im Normalfall sowieso beides, ob es dir gefällt oder nicht. Wir können inzwischen zum Glück wirklich entscheiden, was und wo wir spielen und was wir machen.

Ihr schafft es ja, so und so eine Beziehung zum Publikum herzustellen.

Hannes: Ja, ganz klar.

Pär: Absolut.

Hannes: Wir haben vor drei Tagen eine Clubshow gespielt, mit 300 Leuten im Publikum. Das ist eine gute Erinnerung, was für einen Spaß das macht, wie gut das ist, so nah an die Leute zu kommen. Es ist wichtig, so etwas immer mal wieder zwischendurch zu haben.

Ihr habt ja auch ein eigenes Festival. Ist es gut, dabei auch immer quasi im Austausch auf anderen Festivals zu sein und immer wieder voneinander zu lernen?

Pär: Ja, natürlich. Das ist ständig der Fall, egal, wohin wir kommen. Unser eigenes Festival, das SABATON-Open-Air, findet ja auch momentan statt, auch dieses Wochenende. Wir haben uns hier und anderswo immer schon auch Inspirationen geholt und versuchen, unser Festival so gut wie möglich zu gestalten. Natürlich sind wir nicht so große wie das Summer Breeze, einfach weil wir eine kleine Stadt sind, und wir nicht die super großen Bands buchen. Wir buchen die Bands, die uns gefallen. Aber wir schauen überall nach kleinen Tricks und Tipps und nehmen das mit.

Viele Leute bevorzugen ja gerade auch die eher kleinen Festivals.

Pär: Das kann ich gut verstehen.

Mehr als nur CDs und T-Shirts

Ihr arbeitet ja oft mit großen Bühnensettings. Ist es euch wichtig, diesen zusätzlichen Aspekt zu der Musik bei euren Auftritten dabei zu haben?

Hannes: Wir sind der Typ Band, die den Fans mehr bieten will als nur CD’s und T-Shirts. Das geht jedem von uns so. Und es macht auch einfach Spaß, so zu spielen. Die Bühnenshow ist quasi ein sich ständig entwickelndes eigenes Element der Konzerte, seit einigen Jahren nun schon.

Pär: Es gibt dem Konzert eine eigene, zusätzliche Tiefe, mehr Atmosphäre. Es setzt die Ansprüche auch einfach etwas höher. Wir können natürlich auch ohne all das spielen und es würde auch gehen. Das haben wir anfangs eine lange Zeit gemacht. Aber weisst du, es ist einfach cool, so eine Show zu sehen. Es ist näher an dem dran, was wir als Band wollen, was wir schon von Anfang an machen wollten.

Seid ihr überrascht, so mit dieser Band so eine große Beliebtheit erreicht zu haben? Habt ihr sowas erwartet?

Pär: Es war ein langer Weg dahin, weisst du. Wir haben vorher schon über 1.000 Konzerte gespielt. 17 Jahre lang auf Tour. Wir haben unzählige andere Bands supportet, und viele kleine und große Festivals bespielt. Keine Ahnung, wie viele es waren. Oft waren wir dabei nur in Minivans unterwegs. Es ist harte Arbeit, dahin zu kommen, wo wir jetzt sind. Man kann das auch nie voraussagen, “Eines Tages werden wir Headliner eines großen Festivals sein“. Es war immer das Ziel und wir wussten, dass wir hart dafür arbeiten müssen. Und am Ende hat es funktioniert. Aber es ist nie schnell gegangen, sondern langsam, Schritt für Schritt. Wir sind in den letzten 17 Jahren durch diesen ganzen Prozess gegangen.

Das ist ja quasi auch der natürliche Werdegang. Bands, die es schnell nach oben schaffem werden meist dafür kritisiert.

Pär: Klar. Wir selbst hatten auch nie einen Radio-Hit oder sowas. Wir haben gearbeitet und immer vor Leuten gespielt. Das ist es, wie wir gewachsen sind. Und so sollte es auch sein.

Zusammenhalt

 Euer Sänger, Joakim Brodén, hat bei PAIN bei einem Song mitgewirkt. Stellt das für ihn mal einen Seitenschritt zu eurem Stil dar, mal was anderes zu spielen?

Pär: Die Beziehung zwischen Peter Tägtgren, PAIN und SABATON ist ja die, dass er viele unserer Albums produziert hat. Wir haben viel Zeit zusammen im Studio verbracht, auch einfach zusammen abgehangen und Bier getrunken. Wir haben fast alles gemeinsam gemacht. Es war nur logisch, mal was zusammen zu produzieren. Wir mögen seine Band und er unsere.

Hannes: Es war sehr unkompliziert und hat einfach Spaß gemacht.

Euer neues Album steht ja gerade auch in den Startlöchern. Hattet ihr spezielle Ansprüche daran?

Hannes: Das Konzept ist neu. So wie jetzt haben wir noch nie daran gearbeitet. Es heißt ja auch “The Last Stand”, und genau das ist es, worum es geht. Die Musik ähnelt den alten Veröffentlichungen, klingt aber frischer. Es ist SABATON 2016, mit auch neuen Bandmitgliedern. Ich finde, es ist ein sehr gutes, frisches SABATON-Album. Sicherlich zeigt es auch schon ein wenig auf, was die Zukunft noch bereithält. Das ist es, wofür es grundsätzlich steht.

Pär: Es beinhaltet viele klassische SABATON-Elemente. Aber wir probieren neue Sachen aus. Es fühlt sich neu und frisch an, ist aber immer noch SABATON.

Könnt ihr euch vorstellen, auch wieder mit anderen Musikern zusammen zu arbeiten?

Pär: Peter hat ja bereits auf “Carolus Rex” mitgewirkt. Er hat dort gesungen. Und wir hatten auch einige Freunde, die uns bei den backing vocals geholfen haben. Die lead vocals wurden immer von Joakim gemacht.

Hannes: Ich denke auch, es so zu halten ist keine große Sache und funktioniert. Es macht auch keine großen Schwierigkeiten, so zu arbeiten. Der Spaß an der Musik muss ja bleiben. Meine Frau hat mal mit ihrem Chor für NIGHTWISH gesungen. Das ist toll. Sie gehört so quasi zur Familie und hatte dabei eine gute Zeit. Gerade auch, wenn wirklich alle im Studio sind. Es muss vor allem auch Spaß machen.

Pär: Es macht auch Sinn, einfach um produktiv arbeiten zu können.

Seht ihr euch so jetzt auch auf einem Weg, wie ihr in Zukunft arbeiten und klingen wollt?

Hannes: Schon. Joakim wird auf jeden Fall auch zukünftig immer die Lead Vocals haben.

Pär: Im Prinzip ist die Zukunft ja, wo wir gerade sind, mit “The Last Stand”. Das beginnt ja in quasi ein paar Stunden. Darauf werden wir uns in den nächsten zwei Jahren konzentrieren. Für die nächste Zeit müssen wir uns keine Gedanken machen, was danach kommt. Wir werden die Reaktionen der Fans abwarten. Dann, erst später, werden wir sehen, was wir danach zukünftig machen. Es ist auch wichtig und nur logisch, es so zu machen.

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