ANY GIVEN DAY im Interview

ANY GIVEN DAY im Interview, August 2014

ANY GIVEN DAY setzen ihrer kurzen aber wuchtigen Erfolgsgeschichte die Krone auf indem sie ihr Debüt The Longest Way Home releasen. Gitarrist Andy erzählt vom Werdegang seiner Band und den Hintergründen zum Album.

Hallo, Andy. Erzähl doch mal: ANY GIVEN DAY – jeder gegebene Tag – ist das eure Version von Carpe Diem?

Andy: Moin erstmal!  So ganz falsch liegst du damit nicht. Als es damals um unseren Bandnamen ging, war es uns sehr wichtig es einfach, gut verständlich aber trotzdem mit einer Aussage, mit der sich jeder identifizieren kann, zu halten.

Es ist somit nicht schwer, seine eigene Sichtweise oder Definition zum Bandnamen aufzustellen, da er die täglichen Erlebnisse des Lebens symbolisiert.

Wie seid ihr auf die Cover-Version von RIHANNAS “Diamonds” gekommen?

Andy: Wir wollten unbedingt mal einen Song covern, wussten aber noch nicht, in welche Richtung es gehen sollte. Als damals Rihanna’s “Diamonds” in den Charts auf die Eins geschossen ist, kam man um diesen Song einfach nicht herum. Eigentlich hat man ihn gehasst. Aber irgendwie hab ich gemerkt, dass man aus diesen Song vielleicht eine ANY GIVEN DAY-Version machen kann. Also hab ich ihn mir instrumental vorgeknöpft und meine Version den anderen Jungs vorgespielt. Alle waren total begeistert. Somit nahmen wir die Vocals auf und haben dann gemerkt, dass der Song so funktioniert und wir bekamen so richtig Bock darauf! Als wir mit den Aufnahmen durch waren und wir uns sicher waren, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, wollten wir dazu auch ein passendes Video drehen, um es bei YouTube zu veröffentlichen.

Dass sich dieses Teil bis heute über drei Millionen Leute angeschaut haben, ist einfach kaum zu glauben!

Fühlt sich das wie damals an? Seitdem hat sich bei euch ja immerhin viel getan!

Andy: Zur Zeit passiert natürlich einiges mehr im Vergleich zu damals, als wir noch um unseren fünfhundersten Like bei Facebook gekämpft haben. Aber gleichzeitig steigert sich auch der Spaß, wenn man sieht, wie es von Show zu Show immer mehr Leute werden und die Leute deine Musik abfeiern. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wofür man hart gearbeitet hat und man darf nicht vergessen, dass quasi alles noch am Anfang steht!

“My Longest Way Home” ist euer Debüt. Wie stolz seid ihr auf das Album und was versprecht ihr euch davon?

Andy: Wenn man mal bedenkt, dass wir dieses Album komplett in Eigenregie produziert und aufgenommen haben, wir Monate nachdem es fertig gemixt und gemastert wurde es gefühlte 454546467877839 mal gehört haben und immer noch nicht genug kriegen können, kann man als Band schon ein bisschen stolz darauf sein!

Wir wünschen uns, dass es die Leute genauso lieben werden wie wir!

Wie habt ihr Redfield Records als Partner gefunden?

Andy: Der Kontakt ist durch unseren Booking Agenten entstanden. Da er mit Alex (Label Chef) schon lange zusammenarbeitet und die beiden regelmässig in Kontakt stehen, kam hier unser Album ins Gespräch, als es schon fertig war. Nach einem sehr coolen Gespräch mit dem Label Boss war uns allen klar, dass die Zusammenarbeit mit Redfield Records nur der Knaller werden kann!

Mit dem Album geht ihr ja den Schritt zu professionellen Musikern? Wie betrachtet ihr diese Entwicklung?

Andy: Es ist ein schleichender Prozess, der erstmal seine Zeit braucht, verarbeitet zu werden.

Diese Entwicklung von der Proberaum Band in Richtung Profi Musiker ist ein langer Weg. Wir haben hart dafür gekämpft nach drei Jahren ein kleines Stückchen weiter oben mitzumischen und es ist ein großartiges Gefühl, das uns nicht ansatzweise darüber nachdenken lässt, auf der Stelle stehen zu bleiben.

Wodurch zeichnet sich die Musik auf eurem Debüt aus deiner Meinung nach?

Andy: Jeder, der insgesamt zehn Songs auf der Scheibe, hat seinen eigenen Charakter, Charme und Klang. Dennoch wird man schnell feststellen, dass die Tracks ein gut geschnürtes Gesamtpaket bilden und einhundert Prozent ANY GIVEN DAY sind.

Wie geht ihr mit Kritik um? Ich zum Beispiel finde die Vocal-Bearbeitung in den Refrains mit zu viel Hall zuviel des Guten…

Andy: Es gibt ja immer irgendetwas zu meckern und dass man es nicht immer allen Recht machen kann, das wissen wir auch. Manche Dinge sind nunmal auch einfach Geschmacksache. Wie gesagt, wir fühlen uns mit dem Endergebnis sau wohl und sind mehr als Zufrieden. Trotz allem nehmen wir uns auch Kritik sehr zu Herzen!

Positiv wiederum finde ich die Mischung aus Djent-Sound, Hard- und Metalcore. Wie kam der Mix zustande?

Andy: Wir bauen unsere Songs anfangs wie ein Gerüst auf. Zuerst grob das Instrumentale, dann Vocals und später die Feinheiten. Wie der Stil-Mix zustande kam, kann ich dir nicht konkret beantworten. Meistens schreibe ich einfach drauf los und vieles entsteht aus der Stimmung, die man gerade hat. Ab und zu lässt man sich dann auch mal von anderen Bands oder Songs inspirieren. So hat schliesslich ANY GIVEN DAY seinen eigenen Sound und Charakter bekommen.

Welchen Einfluss hatte Aljoscha auf die Lieder?

Andy: Aljoscha hat ausschließlich Einfluss was den Sound der Scheibe betrifft. Er war von den ersten Preproductions an schon sehr überzeugt und hat uns für die gute Vorarbeit gelobt, was mich sehr beruhigen konnte. Auch hier war die Zusammenarbeit mit ihm hinterher bei den Mix- und Masteringarbeiten perfekt und wir konnten uns schnell für den Grundsound der Platte entscheiden

Dennis Gesang ist bärenstark – wie übt er und generell alle aus der Band für ihre Parts und Technik?

Andy: Man muss wohl sagen, dass Dennis Stimme in die Wiege gelegt wurde. Er hat ja schon vor ANY GIVEN DAY in vielen Bands geshoutet und gesungen und damals schon die Leute mit seinem Organ begeistert. Er konnte mit den Jahren immer mehr Erfahrungen sammeln und ist ständig dabei sich weiterzuentwickeln. So eine Stimme fordert natürlich regelmäßiges Training. Von altmodischen Gesangsübungen bis hin zu modernen Vocalübungen der “Shoutlehre” inklusive einer Kanne Kamillentee ist das Training da weit gefächert.

Jeder hat so seine eigenen Methoden sich seine Parts draufzuschaffen. Midge und Micha üben Ihre Vocalparts gerne auch mal während der Autofahrt und wenn es sein muss auch gerne während der Arbeit auf dem Radlader. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

Danke für das Gespräch, Andy. Alles Gute für dich und ANY GIVEN DAY!