OUR LAST NIGHT Essigfabrik, Köln

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our last night konzert

Nach einer erfolgreichen Tour im Frühling diesen Jahres, beschlossen die vier Jungs von OUR LAST NIGHT noch einmal mit PALISADES über den Teich zu fliegen. Diesmal ließen sie sich jedoch zudem nicht von lokalen Bands supporten, sondern nahmen noch die britische Pop-Punk Band CROOKS mit ins Boot. Wie das ganze dann zusammen harmonierte, durfte ich am 29.10.15 in der Essigfabrik in Köln genauer unter die Lupe nehmen. Was als erstes auffiel, war der recht niedrige Altersdurchschnitt des überwiegend weiblichen Publikums und die Gesichter der genervten Eltern, welche sich später mit Ohrstöpseln an der Seite aufhielten.

Pünktlich um 19.30 Uhr fingen CROOKS an, die musikalisch zwar überzeugten, jedoch die Menge nicht begeistern konnten. Sänger Joshua versuchte immer und immer wieder das Publikum zum Bewegen zu animieren, jedoch hörte man von diesem erst euphorisches Gekreische, als gefragt wurde wer sich denn alles auf OUR LAST NIGHT freute. Trotz der relativ geringen Resonanz legten die Briten eine gute Show hin, und hatten sichtlich Spaß auf einer großen Bühne performen zu dürfen.

Nach einer 15 minütigen Pause kamen PALISADES auf die Bühne. Mit der ersten Sekunde konnten sie die Menge für sich begeistern, was vor allem auf die Elektro-Parts, an denen es bei den fünf Jungs aus New Jersey nicht mangelt, zurückzuführen ist. Sänger Lou verstand es außerdem mit den Mädels in der ersten Reihe zu flirten, sein Mikrofon an den ein oder anderen Crowdsurfer zu reichen oder auch die Menge “I’m too fucked up” schreien zu lassen. Nach einer guten halben Stunde Powershow wurde noch ein Selfie mit dem Publikum gemacht und somit das Set beendet.

Die Headliner ließen nicht lang auf sich warten. 15 Minuten nachdem PALISADES die Bühne verlassen hatten, kündigten sich mit dem Geruch nach Räucherstäbchen, welche Bassist Woody vor jeder Show anzündet, die heiß ersehnten OUR LAST NIGHT-Jungs an. Los ging es mit dem Opening Track “Prisoners” ihrer neuen Platte “Younger Dreams”, der beweist, dass die Band mehr und mehr dem Post-Hardcore Genre den Rücken kehrt um ein größeres Publikum ansprechen zu können. Den alten, sowie neuen Fans war der Mix aus alten und neuen Songs jedoch Recht; Lyrics wurden mitgeschrien, Pits aufgemacht, sogar den ein oder anderen Crowdsurfer konnte man beobachten, jedoch wurden diese weniger sanft durch den Tourmanager von der Bühne entfernt, bevor ihnen einfallen konnte, die Mädels in den vorderen Reihen durch Stagediving zu gefährden. Anders jedoch als erwartet, verstanden OUR LAST NIGHT es, durch zusätzliche Scream-Parts und härtere Riffs, den doch sehr ruhigen und alternativ angehauchten Tracks des neuen Albums, beispielsweise “Road To The Throne” oder “Living Now”, eine gewisse Hardcore-Note zu verpassen. Gegen Mitte des Sets bewiesen die fünf Jungs, wie vielseitig sie sind. Ob Cover-Songs, von denen sie gleich 2 spielten (“Dark Horse” – KATY PERRY, “Radioactive” – IMAGINE DRAGONS), Balladen, oder Acoustic-Songs, es scheint nichts zu geben, was OUR LAST NIGHT nicht können.

Nach achtzehn Songs und dem obligatorischen Publikum-Selfie verabschiedeten sich die Jungs, jedoch nicht ohne die Menge aufzufordern den Merch ihrer Support-Acts CROOKS und PALISADES auszuchecken. OUR LAST NIGHT sind definitiv auf dem aufsteigenden Ast und haben sich eine für andere Bands beneidenswert schnell wachsende Fanbase erspielt. Nach vier Alben und elf Jahren Arbeit sei dies ihnen aber auch gegönnt.