Die Dearly Demented-Städtereise mit KALYPSO: Münster

Artikel von
kalypso

KALYPSO zählen gleich mehrere Städte zur ihrer Heimat. Gitarrist Orlando springt für Münster ein und berichtet ausführlich von den Eindrücken seiner Stadt. Viel Spaß beim Besuchen der westfälischen Stadt im Rahmen der DEARLY DEMENTED-Städtereise. Seid aufmerksam, Münster scheint wirklich einen Trip wert zu sein!

Hallo, Orlando! Welchen Charme versprüht Münster? Warum ist die Stadt zu deiner neuen Heimat geworden?

Orlando: Münster hat ein ganz besonderes Feeling. Man fragt sich, ob Münster nun eine große Kleinstadt oder eine kleine Großstadt ist? Ich weiß es nicht genau, aber es hat die perfekte Mitte getroffen. Man erreicht quasi jeden Winkel der Stadt mit dem Fahrrad, ein Grund warum Münster auch den Spitznamen “Fahrradhauptstadt” trägt. Die circa fünfzigtausend Studenten machen die Stadt zudem außergewöhnlich jung und aufgeschlossen für Neues.

Kann man sich in deiner Stadt wohlfühlen?

Orlando: Wohlfühlen kann man sich auf jeden Fall. Das Stadtbild, vor allem in der Innenstadt, ist mit einem Stil­-Mix aus moderner Architektur und historischer Baukunst durchaus sehenswert gestaltet. Viele der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude sind originalgetreu wieder aufgebaut worden. Durch diese Kombinationen zwischen alt und neu entsteht das Bild einer modernen Stadt, die ihre Wurzeln nicht vergessen hat. Hochhäuser gibt es nicht sonderlich nennenswerte, es sind vielmehr die vielen Kirchtürme, die das Stadtbild Münsters prägen.

Welches sind deine drei Lieblings-Sehenswürdigkeiten, Orlando?

Orlando: Der Aasee ist ein Stausee direkt in der Innenstadt von Münster. Die üppigen Wiesen am Rand des Sees laden zum Chillen, Quatschen und Grillen ein. Der See ist auch für Boote freigegeben. Ob eine Seerundfahrt mit dem Solarschiff “Solaaris”, Tretbootfahren oder Segeln, es ist für jedes Alter die geeignete Option vorhanden.

Das historische Rathaus mit dem Friedenssaal: Für mich als Geschichtsstudent natürlich ein absolutes “Muss”. Der Friedenssaal im historischen Rathaus trägt seinen Namen aufgrund des 1648, in Osnabrück und Münster, geschlossenen “Westfälischen Frieden”. Der Saal hat somit eine außerordentliche historische Bewandtnis und sollte unbedingt eines Blickes gewürdigt werden.

Die “Wiedertäufer­-Käfige” an der Lamberti­kirche: Wer ein wenig das Morbide und Gruselige mag, der beschäftigt sich näher mit der Geschichte um die “Wiedertäufer­-Käfige” an der Lambertikirche in der Innenstadt von Münster. Die drei eisernen Körbe an der Südseite des Turms sind zu einer touristischen Attraktion und zu einem Wahrzeichen der Stadt Münster geworden. Die Körbe dienten in der mittelalterlichen Strafjustiz vielerorts dazu, lebende Delinquenten oder ihre Leichname nach der Hinrichtung zur Schau zu stellen. Starke Nerven sind also durchaus angebracht.

Was bietet Münster für Schüler, Azubis und Studierende mit kleinem Geldbeutel?

Orlando: Wie bereits erwähnt hat Münster circa fünfzigtausend Studenten. Dementsprechend ist das Angebot Münsters gerade für junge Menschen doch wirklich groß. Wer Musik und Konzerte mag und nicht gerade das Geld für eine Rolling Stones Karte zur Hand hat, der kommt in Münster mit Sicherheit auch mit weniger Geld auf seine Kosten. Immer wieder spielen kleinere Bands aus ganz verschiedenen Genres in den vielen verschiedenen Locations in Münster. Wer gerne Baden geht und nicht direkt in ein Hallen- oder Freibad rennt, der findet am Dortmund Ems-Kanal den richtigen Platz. Bei heißen Temperaturen gibt es hier die Möglichkeit zur Abkühlung. Völlig kostenfrei und natürlich immer mit der Chance neue Leute kennen zu lernen. Wer nach dem Badespaß günstig etwas Essen möchte, der findet in Münster in den vielen verschiedenen Cafés ein verhältnismäßig günstiges Angebot. Wenn der Geldbeutel wirklich drückt, dann bieten die studentischen Mensen, natürlich auch für “Nicht­studenten”, eine gute Gelegenheit günstig etwas zu snacken. Auch für Vegetarier ist das Angebot in den Mensen mittlerweile wirklich empfehlenswert. Darüber hinaus besticht Münster in der vegetarischen Szene auch sonst mit besonderen Möglichkeiten. Als empfehlenswert ist hier das vegetarische Restaurant „Krawummel“ oder das vegetarische Cafe „Prütt“ zu nennen.

Wo kann man Abends was erleben? Wo gibt’s die geilen Parties? 

Orlando: Wer in Münster auf Partysuche ist, der wird mit Sicherheit in einem der vielen kleinen Clubs fündig, die überall in der Stadt verteilt sind. Hier sind das “AMP” und die “Eule” die ersten Anlaufstellen. Bei Rap, Indi bis hin zu Hardcore­-Partys ist für Jedermann etwas dabei. Wer, ähnlich wie ich, eher auf die ruhigere Unterhaltung steht, der ist in einer der unzähligen münsteraner Bars gut aufgehoben. Eine breite Kneipen­-, Café-­ und Barszene sorgt für genügend Abwechslung bei jeder Kneipenrallye. Wer die ruhigere Unterhaltung in stimmiger Atmosphäre sucht, der ist im “Fyal” oder in der “Pension Schmitt” an der richtigen Stelle. Wer es eher lauter und ausgeflippter mag, der findet in der Altstadt die richtige Bar.

Gibt’s denn auch Hardcore oder Metal in Münster? 

Orlando: Auch für die Metal- und Hardcore-Szene hat Münster einiges zu bieten. Quasi regelmäßig halten größere Touren in Münster. Hier ist beispielsweise die “Never Say Die­-Tour” zu nennen, die jedes Jahr einen Stopp in Münster macht. Aber auch für kleinere Bands hält Münster einiges parat. Regelmäßige Hardcore-­Konzerte in der „Sputnikhalle“ oder der “Baracke” ermöglichen es auch den lokalen und kleineren Bands aus Deutschland und der Welt in Münster Anklang zu finden. Das wohl bekannteste und größte was Münster in Sachen Hardcore, Metal­ und Rockmusik zu bieten hat, ist das “Vainstream ­ Open Air” beim Haverkamp. Hier spielen jährlich dutzende bekannte Bands aus vielen verschiedenen Bereichen der Rock-­, Metal­- und Hardcore-­Szene.

Gibt es irgendwelche KALYPSO-Orte in der Stadt? 

Orlando: Hier ist auch die Sputnikhalle zu nennen. Unsere ersten größeren Shows außerhalb unserer Stammheimat Lingen haben wir in der Sputnikhalle in Münster gespielt. Dem entsprechend war Münster für uns eine Art Tor zu allem was folgte. 

Vielen Dank, Orlando. Münster ist also mindestens einen Blick wert – oder auch viele weitere!