JINJER – King Of Everything

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Des Bettlers Tanz

JINJER haben nichts mit Ingwer zu tun, wenn auch es so auf dern ersten Moment klingt. Viel mehr versteckt sich eine Band dahinter, die mit ihrem Album “King Of Everything” frischen Wind in die Szene spült.

Zugegeben, die Ukraine ist nicht bekannt für hohe musikalische Kunst was die Metalszene betrifft – der ein oder andere kennt vielleicht noch MAKE ME FAMOUS oder Fußballvereine wie Donezk. Umso spannender ist es, wenn es ukrainische Bands schaffen, sich auf dem europäischen Markt zu beweisen. Ob JINJER das gelingt? Tatsächlich ist “King Of Everything” eine Platte, die eine Menge Potential mit sich bringt.

Musikalisch eingängig, hart und abwechslungsreich gestaltet sich die Musik in den zehn Liedern. Wenn auch JINJER eine Menge Metalcore-Elemente mit sich bringen wie zum Beispiel in “I Speak Astronomy” zu hören, klingt das ganze nicht einfach nach einem Metalcore-Album. Insgesamt lässt sich die Musik als sehr metal-lastig beschreiben, da sie von hartem Riffing geprägt ist, das Facettenreichtum mit sich bringt. So klingt “Dip A Sail” wie eine härtere Version von ARCH ENEMY, das sich insbesondere durch den Gesang von Sängerin Tatiana Shmailyuk definiert. Shmailyuk weiß mit ihrer Stimme umzugehen und cleane Passagen, sowie gutturale perfekt in Szene zu setzen, was durch das kraftvolle Timbre ihrer Stimme unterstützt wird. Wenn man nicht weiß, dass hier eine Frau zu Werke ist, würde es bis auf die cleanen Passagen nicht einmal auffallen: So viel Druck und Kraft hat die Stimme der Sängerin, ohne dabei unnötig überspitzt zu klingen.

“Beggars Dance” greift wie der Opener den Albumtitel lyrisch auf und klingt so gänzlich konträr zu dem was vorher gespielt wurde. Jazzig, clean, tanzbar. Mit einem punchigen Basssound und wunderschönen Gitarren endet dieser Schlusstrack aprubt nach bloß zwei Minuten. Ein wohl perfekter Schluss für ein Album, das sicher das ein oder andere Mal durchlaufen wird. Da stellt sich die Frage, warum JINJER überhaupt harte Musik machen, so sehr überzeugt der letzte Song dieser wunderbaren Platte!

9 Von 10 Punkten auf der “Whos-your-king-of-everything“-Skala