Jetzt erst recht

Artikel von
jetzt-erst-recht-dearly-demented-benjamind-chrubasik

19.07.2016

Ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan attackiert bei Würzburg Fahrgäste in einer Regionalbahn mit einer Axt und verletzt vier von ihnen schwer.

22.07.2016

Im beliebten Münchner Olympia Einkaufszentrum schießt ein 18-Jähriger Deutsch-Iraner um sich und tötet dabei neun Menschen und anschließend sich selbst.

24.07.2016

Bei einem Musikfestival im beschaulichen Ansbach sprengt sich ein 27-Jähriger Syrer in die Luft. 15 Menschen werden verletzt. Dass niemand getötet wurde, grenzt an ein Wunder.

Wenn ich all diese Schreckensmeldungen der letzten Tage lese, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Unschuldige Menschen werden unfreiwillig zu Zeugen eines entsetzlichen Horrorfilms, welcher die moderne Welt in Angst und Schrecken versetzt. Was bleibt sind Trauer bei den Hinterbliebenen und Angst bei denjenigen, die verschont wurden.

Was passiert als nächstes?

An welchem Ort entscheidet sich der nächste Wahnsinnige dazu, sich selbst und dem Leben vieler Anderer ein Ende zu setzen, nur um seinen eigenen schwachsinnigen Vorstellungen oder denen einer radikalen Bewegung zu entsprechen? Ist man heutzutage nirgendwo mehr sicher? Ich bekomme es mit der Angst zu tun, egal wo ich bin. Unterwegs ertappe ich mich momentan häufig dabei, wie ich mich gründlich umsehe, um möglicherweise einen Verdächtigen mit einer Waffe oder Bombe zu identifizieren, um rechtzeitig reagieren zu können. Um ehrlich zu sein, ist das ziemlich schwachsinnig! Ich wäre der Situation sowieso hilflos ausgeliefert.

Doch besonders mir als Musikliebhaber und regelmäßigem Konzertgänger schlägt eine Frage sehr auf den Magen: Was wenn oben genannte Szenarien ihre Fortsetzung an einem Ort finden, der eigentlich nur für mein Herz und meine Ohren reserviert ist: Auf einem Konzert einer meiner Lieblingsbands. Meine besten Freunde und viele andere Konzertbesucher könnten draufgehen, nur aufgrund der Tatsache, dass wir nicht zuhause geblieben und doch rausgegangen sind.

Ich muss schwer schlucken bei dem Gedanken. Ist es im Moment vielleicht besser, Schutz in den eigenen vier Wänden zu suchen? Sollten wir uns nicht lieber verkriechen und abwarten bis alles vorbei ist? Und genau das ist die entscheidende Frage auf die es nur eine deutliche Antwort geben kann. NEIN!

Wir dürfen nicht klein bei geben

Musik ist unsere Leidenschaft! Musik ist das Sprachrohr vieler Generationen! Und: Musik verbindet Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlicher religiöser und politischer Ansichten, was in diesem Fall der springende Punkt ist: All diese Gewalttaten folgen nur dem Zweck der Rache oder Einschüchterung. Beugt euch oder ihr werdet sterben – das ist die Devise! Wenn wir also aufgrund der Ereignisse der letzten Tage, Wochen und Monate beschließen, nicht mehr auf Konzerte zu gehen, nur noch zu Hause rumsitzen und aufhören zu leben, bekommt der sogenannte Islamische Staat (IS) das was sie wollen: Mehr Raum. Denn wir bestätigen sie in ihrem Vorhaben. Und wer glaubt, dass dann wieder Ruhe einkehren wird, der ist gewaltig auf dem Holzweg.Wer einmal Blut geleckt hat, hört nicht auf. Ganz besonders keine als Religion getarnte Terrerorganisation, welche den Namen des Islams dazu missbraucht, die Welt zu unterwerfen.

Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird auf der anderen Seite der Fremdenhass geschürt. Ein sehr unangenehmer Nebeneffekt, wenn man bedenkt, wie viele Asylantenheime sowieso schon brennen. Ganz rational betrachtet ist einknicken keine Option. Die Welt wird dadurch weder friedlicher noch besser. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Schweine uns ihre Werte aufzwingen.

JA als Zeichen

Lasst uns stattdessen ein Zeichen setzen: Lasst uns JA sagen – zum Leben, zu Musik, zur westlichen Zivilisation und zu Meinungsfreiheit! Lasst uns beim nächsten Konzert die größte Party aller Zeiten feiern – mit vielen wunderschönen Menschen und geiler Musik! Denn wir sind nicht der Spielball kranker Überzeugungen!