JENNIFER ROSTOCK Release-Tour

Artikel von
jennifer-rostock-so36-berlin-review-dearly-demented

Pop mit Hardcore-Feeling

Nach 70 Minuten, drei Liter Schweiß und vier Bier schrie das SO36: “Nein/ Sing keine Lieder/ Nein/ Mal keine Bilder/ Nein/ Wer wirft den ersten Stein?”. JENNIFER ROSTOCK beendten ihr Release-Konzert am 16.09. mit Nico. Der ehemalige WAR FROM A HARLOT’S MOUTH-Shouter und Solo-Künstler, AMOKKOMA, ist ein gern gesehener Gast. Das zumeist junge Publikum gab noch einmal alles. Doch den BH bekam Jennifer Weist.

Boygroup

Um acht Uhr begannen DOWN TO DATE. Die Band sieht sich als Party-Band mit Hang zum Humor. Ihr Album “Hello Yes!” ziert den Eingangsbereich einer Wohnung, durch die eben eine Party-Karawane gezogen ist. Live funktionierte das nicht ganz so: Die Vocals saßen nicht lupenrein und auch Taktgeber Gabriel Halbscheffel schien nicht ganz sicher in dem, was er tat. Ein Tipp für die Berliner Lokal-Szene sind DOWN TO DATE dennoch.

Nach den DATE-Boys kam Jennifer Weist, die das ausverkaufte SO36 alleine im Griff hatte. “Uns gehört die Nacht”, “Irgendwas ist immer”, “Silikon gegen Sexismus”, “Wir sind alle nicht von hier”, “I Love You But I’ve Chosen Dispo”, “Wir waren hier”: Das neue Album “Genau in diesem Ton” kam nicht zu kurz. Jay Maas (ehemals DEFEATER) produzierte das Pop-Album, obwohl er eher für Hardcore-Releases bekannt ist. Mit “Kapitän”, “Kaleidoskop”, “Himalaya” oder “Es war nicht alles schlecht” spielten JENNIFER ROSTOCK aber auch alte Hits.

Party und Protest

Ein JENNIFER ROSTOCK-Konzert ist immer ein Ort um zu Feiern – die Band trank selbst on stage drei Schnäpse –, aber auch ein Ort für Proklamation von Richtigem und Falschen. Kurz wurde der Viral-Hit “Wähl die AfD’’ angespielt und die Mittelfinger gegen Nazis erhoben – mit dieser Geste wurde das Konzert auch mit einem Knall beendet.