Japan-Tag 2016

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Es ist wohl das Event, dass sich jeder, der etwas mit der japanischen Kultur anfangen kann, einmal selbst zur Gemüte führen sollte. Seit 15 Jahren veranstaltet der Japan-Tag Düsseldorf/NRW e.V. den Japan-Tag in der Altstadt Düsseldorfs.

Aus ganz Deutschland und teilweise auch außerhalb davon, kommen Japan-Fans hierher, um sich von 12 Uhr mittags bis etwa Mitternacht zwischen Merchandise-Ständen, Fressbuden, dem Bühnenprogramm und den sogenannten Cosplaywiesen die Zeit zu vertreiben. Rund 750.000 Besucher lockte es dieses Jahr an.

Vom Hauptbahnhof bis zur Altstadt sind die Straßen voll. An der Japan-Meile Immermannstraße haben die japanischen und asiatischen Geschäfte Verkaufsstände aufgebaut. Als neugieriger Mensch lässt man sich von all den Leckereien schnell beeindrucken: Onigiri (gefüllte Reisbällchen umwickelt mit Seetang), Taiyaki (Fischförmiger Pfannkuchen mit süßer Bohnenpaste gefüllt), Kakigori (Crusheis mit Sirup) und zahlreiche exotische Getränke – selbst als Vegetarier wird man hier fündig.

Auf dem Weg in die Altstadt fallen einem auch die fast zu vielen Merchandise-Stände auf, die irgendwie doch alle das gleiche verkaufen. Die Straßen sind sehr eng und die Stände laden natürlich zum Stehenbleiben, Gucken und Einkaufen ein. Man muss sich ein wenig durch die Immermannstraße kämpfen. Bubble-Tea ohne nicht mindestens 15 Minuten in der Schlange zu stehen, gibt es nicht. Die Besucher lassen sich ziemlich gut in ein paar Hauptkategorien einteilen

Cosplayer

Coslayer verschlägt es hierher, um ihre Freunde aus allen Ecken des Landes wiederzutreffen. Gemeinsam wird hier die Liebe zur japanischen Kultur und den bunten oder auch düsteren Charakteren ihrer Lieblingscharaktere ausgelebt.

Sie tragen meist detaillierte Kostüme, viele davon in Eigenarbeit an der heimischen Nähmaschine angefertigt. Und manche davon sind so gut verkleidet und geschminkt, dass sie oft nach einem Foto gefragt werden und deshalb stundenlang selber keinen Fuß vor den anderen setzen können.

Foto- und Videografen

Wo sich potenzielle Modells tummeln, die es genießen die Aufmerksamkeit der Masse zu bekommen, finden sich auch Attraktionssuchende Foto- und Videografen. Manche trifft man in Rudeln im Fotowalk an, einige sind selber als Cosplayer unterwegs und kennen ihre Szene ganz genau und andere wiederrum laufen flexibel im einsamer-Wolf-Modus umher um ihre Beute auszumachen. Und wer kann‘s ihnen verdenken? Hier auf Motivsuche zu gehen lohnt sich, auch wenn es nicht immer einfach ist, in der Menschenmenge ein Foto zu machen, während man ständig angerempelt wird.

Wer aber denkt, nur semi-/professionelle Foto- und Videografen verschlägt es hierher, der denkt falsch. Damit will ich auf eine bestimmte Gruppe von Besuchern hinaus.

Schaulustige

Meist sind sie nicht einmal am Event an sich interessiert, sondern nur an dem bunten Treiben. Viele sind so schamlos und fotografieren fremde Menschen ohne diese vorher zu fragen. Wenn man selber als interessierter Besucher einen Cosplayer um ein Foto fragt, kann man sicher sein, dass neben dem fotografierenden Kumpel mindestens ein Schaulustiger danebensteht und ungefragt einfach mitfotografiert.
So mögen vielleicht nicht alle sein, aber es passiert dann doch sehr häufig, dass es einfach unangenehm auffällt.

Aber Grundsätzlich macht es wirklich sehr viel Spaß hier auf Achse zu sein. Die Leute sind offen und aneinander interessiert. Die Cosplayer werden oft nach ihrem Charakter befragt. Und wenn sich beispielsweise sich zwei fremde treffen, dessen Cosplay-Charaktere in demselben Universum leben, wird sich gerne herzlich begrüßt und kurz nett miteinander gequatscht.

Es gibt auch ein umfangreiches Programm. So kann man zum Beispiel verschiedene japanische Kampfkünste live erleben, Musiker an verschiedenen Orten hören oder sich die Cosplay-Modenschauen ansehen.

Leider bekommt man von den Bühnen beim Schlendern ziemlich wenig mit, wenn man nicht gerade den Plan zur Hand hat. Von der traditionellen Seite Japans sieht man leider auch nicht gerade viel. Dafür aber alle zehn Meter einen Merchandisestand.  Die Veranstaltung wird dann mit einem fast halbstündigen Feuerwerk kurz vor Mitternacht über dem Rhein beendet, welches leider viele der Besucher von außerhalb aufgrund ihrer Heimreise verpassen.

Abschließend bleibt zu sagen, wenn man erwägt den Japantag besuchen zu wollen, man nicht davor scheuen sollte, sehr vielen offenen Menschen zu begegnen. Free-Hugs Schilder everywhere! Unbedingt mitbringen: Geduld, Geld und gesunden Appetit.

Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH