INCOLORS – The Unchained

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incolors the unchained

INCOLORS klingt nicht nur alleine wegen des Bandnamens bunt. Auch die Musik der jungen Truppe klingt alles andere als nach einem monotonen Farbklecks. Musikalisch bewegt sich die Band irgendwo in progressiven Sphären, die hin und wieder etwas an Bands wie PROTEST THE HERO erinnern, was insbesondere dadurch bedingt ist, dass der Sänger Gerrit Quade ein offensichtlich gut ausgebildetes Organ geschickt einzusetzen weiß. Mit rockigen Gitarren, die hin und wieder auch in Metalcore-Riffing verfallen beginnt “The Unchained”.

Songs wie “Discolored” passen nicht nur zum Bandnamen, sondern repräsentieren gut, was auf diesem Album zu hören ist. Ein interessanter Mix aus progressivem Metalcore der einige Einschläge diverser anderer Genre zu bieten hat. So werden auch Fans von reinem Progressive Metal und Djent bedient. Aber auch die, die es eher etwas ruhig und eingängig haben, kommen nicht zu kurz. So stellt “Memento” quasi eine eher ruhige Ballade dar, die durch ein gut in Szene gesetztes Piano unterstützt wird und so ein wenig an Härte heraus nimmt. Das was INCOLORS hier fabrizieren, ist in keiner Weise uninspiriert, langweilig oder gar eintönig. Ein gutes und interessantes Songwriting bildet die Grundlage von “The Unchained”.

Bedingt durch rhythmische Spielereien, wie zum Beispiel am Anfang von “Everything It Takes“ wirken die Songs unzugänglich. Aber auch hier wissen insbesondere die Gitarren sich zu etablieren und auch der experimentelle Touch kommt nicht zu kurz. Auch der ein oder andere vom Jazz inspirierte Part lässt sich finden, sodass die Band irgendwie an ART BY NUMBERS erinnert und einen gewissen musikalischen Zirkus erschafft, der einerseits amüsant andererseits aber einfach nur beeindruckend ist. Das größte Problem am Sound von INCOLORS ist der Gitarrensound, der nicht wirklich differenziert produziert ist. Eher sägt er. Zwar wirkt es insgesamt organisch, und die cleanen Gitarren kommen gut zur Geltung, doch matscht es im Riffing zu sehr. Interessante Spielweisen gehen unter und können nicht klar herausgehört werden.

Der Sound auf “The Unchained” ist dürftig geraten. So steht dieser Klang der musikalischen Entfaltung im Weg. Die größte Stärke von INCOLORS ist mit Sicherheit der diverse, spannende Gesang, der dem Gesamtbild den nötigen Anstrich gibt und die Musik zu etwas Besonderem macht. Fans von Bands wie GOOD TIGER oder PROTEST THE HERO werden das Album lieben. Wir hoffen, dass zukünftige Veröffentlichungen mit einem würdigen Sound produziert werden.

9 von 10 Punkte auf der “Where-is-my-leader”-Skala