IMAGINAERUM by NIGHTWISH – Der Film

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Deutschland im IMAGINAERUM-Fieber: dank der großen Nachfrage im Vorfeld wurde der Film am 18.03.2013 in sogenannten Screening-Events in 95 Kinos in der ganzen Republik gezeigt. Insgesamt strömten über 10.000 Besucher in die Lichtspielhäuser, wie die Band mitteilt.

Handlung (gemäß der Presseveröffentlichung):

Seit Jahren leidet der alternde Komponist Tom (Francis X. McCarthy) unter schwerer Demenz. An sein Leben als Erwachsener kann er sich nicht erinnern, nur die Erinnerungen an seine Kindheit sind ihm geblieben. Während er langsam ins Koma fällt, reist er als zehnjähriger Junge (Quinn Lord) durch seine eigene Fantasie. Seine Tochter Gem (Marianne Farley), die sich dem über Jahre entfremdeten Vater wieder nähert, fürchtet seinen bevorstehenden Tod, doch durch seine dunkelsten Geheimnisse entdeckt sie einen Weg, Tom wiederzufinden.

Der Film wurde, zumindest im Cinestar in Mainz, in einem der großen Säle gezeigt. Der Raum war gut gefüllt und nur noch wenige Tickets waren an der Abendkasse zu ergattern. Der Film selbst war – abgesehen von Popcorn und Nachos – nicht so gut. Die Handlung schien nur vom Tod selbst zu handeln: nicht nur, dass der Hauptcharakter Tom im Sterben liegt, nein, dessen Vater hat Selbstmord begangen und seine Ehefrau ist ebenfalls gestorben. Neben wenigen geistreichen Dialogen, die mehr zum Erklärung der Handlung dienten, wurde der Zuschauer auf eine Reise durch eine Fantasiewelt entführt, deren Umsetzung durchschnittlich gelungen ist. Natürlich handelt es sich bei IMAGINAERUM nicht um einen Hollywoodblockbuster, jedoch gilt auch im Filmbiz die Devise: Schuster bleib bei deinen Leisten! Dürftige Computeranimationen wurden hier durch Tiefenunschärfe sowie wacklige Kameraaufnahmen wettgemacht – oder eben nicht.

Zwar war IMAGINAERUM ein spannendes Kinoereignis, welches unter die Haut ging. Auch die Plotline, die viele Zeitsprünge vorsah, war – dank der Dialoge – zu durchschauen und warf nur eine Frage auf: warum wurde Toms Vater durch einen mehr oder weniger grusligen Schneemann projiziert? Die schauspielerische Leistung der Darsteller war hingegen zufriedenstellend; insbesondere der kleine Quinn Lord ist an dieser Stelle Publikumsliebling.

Aber der Film schwächelte durch die eben schon genannten Aspekte, sowie durch die Aufmachung der Musik und der Band NIGHTWISH selbst. Natürlich handelte es sich um einen Musikfilm, jedoch wurde versucht möglichst viele Songs des gleichnamigen Albums in den Film einzuspeisen. Anstelle von Hintergrundgeräuschen wurden häufig Instrumentalversionen der Stücke eingespielt, welche, betont zufällig, von einem Plattenspieler kamen. Insgesamt schneidet der Film aufgrund seiner Thematik nicht gut ab – die Umsetzung war eigentlich in Ordnung. Aber viele weitere Aspekte am Film bieten Grund zur Kritik, zum Beispiel die Selbstinszenierung der Band, die eigentlich keinen Platz in der Handlung des Film hat und dennoch – in Person von Anette Olzon in fragwürdigen Kostümen – mehrfach auftrat.

Am Ende blieb nichtsdestotrotz ein anständiger Fantasysteifen, der selbstredend für alle NIGHTWISH-Fans ein Muss ist. Einige werden enttäuscht sein, anderen wird IMAGINAERUM gefallen. Alle Schlafmützen, die das Screening-Event verpasst haben oder sich in die Produktion verliebt haben, können die DVD ab dem 31.05.2013 käuflich erwerben.