IGNITE THE LIVING – Renew || Evolve

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Mit Mollakkorden auf cleanen Gitarren beginnt “Renew || Evolve”, die zweite EP der Band IGNITE THE LIVING. Schnell entwickeln sich die Akkorde in ein majestätisch anmutenden Chorus, der den Albumtitel wiedergibt, jedoch klingen diese Gangshouts etwas motivationslos, was dem ganzen einen leicht bitteren Geschmack gibt. Doch so ruhig soll es nicht weiter gehen: direkt im Anschluss startet “Frail Existence” mit spannendem Metalcore Riffing und einer Menge Melodien, die an Bands wie AUGUST BURNS RED erinnern und Genrefreunden mit Sicherheit zusagen.

Insgesamt ist “Renew || Evolve” gut produziert, lässt aber noch etwas Luft nach oben. Vielmehr orientiert sich der Sound an klassischen Metalcore Alben, wie etwa AUGUST BURNS REDs “Messengers” was dem Gesamtpaket einen leicht nostalgischen Charakter verpasst. Organische Instrumente, die nicht überproduziert klingen und ohne weitere synthetische Schnörkel bepinseln die Wände dieses Konstrukts. Es ist eben dieser Sound der Songs wie “May Another Time Tell Why” den nötigen Anstrich verpassen. Doch eigentlich sind wir 2016 doch schon so viel weiter. So klingt auch “The Ark” auf die Musikgeschichte bezogen zwar kontemporär, bedient sich jedoch dem was mittlerweile als obsolet betrachtet werden könnte, da keine wirklichen Neuheiten zu hören sind. Jedoch ist ein kleiner 3/4-Wechsel zu vernehmen, der für einen kleinen Walzer genutzt werden kann. Das ganze riecht quasi nur nach einer Band und spätestens hier ist ein enormer Einfluss der bereits angesprochenen Band nicht abzustreiten. Vielleicht orientiert man sich ein wenig zu sehr, aber, solange der Spaß im Vordergrund hat und nichts geklaut wird, ist dem nichts anzukreiden.

Im Vergleich zu der ersten EP der Band haben IGNITE THE LIVING noch immer stark filterbare Einflüsse, die sich jedoch mehr zu einem Gesamten ergeben, welches der Band wirklich gut liegt. So sind die Songs auf “Renew || Evolve” noch immer eingängig, leicht progressiv und melodisch, klingen aber nicht direkt nach etwas komplett neuem, noch nach einer Stilkopie. Fans von Metalcore alla AUGUST BURNS RED oder TEXAS IN JULY sei diese EP, sowie das Erstlingswerk “Far From Home” ans Herz gelegt. Nichtsdestotrotz muss man sagen, IGNITE THE LIVING hätten ihre beiden EPs zusammen packen und zu einem Album machen können, da die Songs ineinander ähnlich konstruiert sind. Doch wer so fleißig ist wie IGNITE THE LIVING hat sein Pulver noch nicht verschossen und wir können mit Sicherheit noch mehr von dieser Formation erwarten!

7 von 10 Punkten auf der “will-I-ever-live-free?”-Skala