IF THESE TREES COULD TALK – Above The Earth, Below The Sky

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“Above The Earth, Below The Sky” heißt das zweite Album der Band IF THESE TREES COULD TALK, das wie auch der Nachfolger am 23.01 via Metalblade Records neu verlegt wurde.

Das Cover des Albums zeigt, wie könnte es auch anders sein, natürlich Bäume. Hierbei wird jedoch komplett auf einen Titel oder Schriftzug verzichtet. Als würden die Bäume diese Informationen dem Betrachter quasi erzählen.

Der Sound ist hart und aggressiv und im Vergleich zu “Red Forerst” wesentlich dreckiger und trockener. Der Bass ist sehr gut zu hören und fundamentiert mit leichter Verzerrung den kräftigen Sound der Drums. Die Gitarren sind in den Cleanparts teilweise sehr smooth gehalten. Viele Effekte wie Delay sind vorprogrammiert und schaffen es, das Gesamtbild nicht verschwimmen zu lassen.
Ein Kritikpunkt jedoch sind die verzerrten Gitarren, die sehr trocken und roh erscheinen. Einerseits entsteht so ein schöner organischer Sound, aber auf der anderen Seite ein kratziges Hörerlebnis, das stark im Kontrast zu den cleanen Gitarren steht. Dieser Kontrast kann sich aus dem Albumtitel herauslesen, denn auch hier wird gegenübergestellt.

Auch auf “Above The Earth, Below The Sky” lassen sich zwar keine Lyrics finden, jedoch stehen die Songtitel wohl in direktem Bezug zueinander, oder auf den Bandnamen. Das Interlude “Terra Incognita” beinhaltet das von “Red Forest” bekannte Rauschen, welches auch in den ersten Teil des Titeltrack übergeht der mit knappen zwei Minuten sehr kurz gehalten ist und stellenweise an “Barren Lands Of The Modern Dinosaur” erinnert.

Der letzte Track “Deus Ex Machina” erinnert stark an eines der Interludes von DEAFHEAVEN´s “Sunbather”-LP. Das Album endet mit einer positiven, hoffnungsgebenden Klangfarbe, die im Kontrast zu dem eher dramatischen ersten Track des Albums steht.

Musikalisch erwartet den Hörer eine Mischung aus Post Rock und progressiven Elementen, wobei vor allem auf die Details zu achten ist, die mit sehr viel Liebe zur Passion gesetzt sind und das Gesamtbild der Songs zu einer runden Sache machen. Auch hier ist gesagt, dass es für viele Leute ein Problem darstellen wird, dass nahezu jeder Song ähnlich klingt. Ohne diese Tatsache negativ zu konnotieren, gelingt es den Musikern jedoch diese Songs als ein ganzes Konzept zu verkaufen. Viele Songs mit einem Sound und ähnlichem Songwriting in einem Ganzen, das nicht langweilig wird.

Für alle Leute die mal entspannen wollen und den Kopf ausschalten, für einsame Stunden auf der nächtlichen Autobahn oder zum arbeiten, stellt auch “Above The Earth, Below The Sky” eine perfekte Option, sein inneres Gleichgewicht zu finden, dar. Eine Option harte Musik zu hören, die auch sehr soft sein kann und sich in ihren musikalischen Spielereien windet. Ein Muss für Fans von Bands wie DEAFHEAVEN und Hörern, denen Geschrei manchmal zu viel ist. Nicht ganz so stark wie der Nachfolger, aber dennoch ein solides Album.

8 von 10 Punkte auf der “Deus-ex-machina”-Skala