HOZIER Live in Berlin

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hoizer live

Obwohl HOZIER im Vergleich zu anderen Künstlern, die in der Berliner Columbiahalle auftreten, noch relativ unbekannt ist, war die Suche nach einer Abendkasse für einige Unglückliche am Abend des 19. Februar vergeblich. Die Tickets waren vergriffen; Musikbegeisterte aller Altersklassen freuten sich auf den Auftritt des Iren.

Zunächst aber durfte der Londoner Singer-Songwriter RHODES sein Repertoire präsentieren, das zum Großteil aus dem kürzlich erschienenen Debütalbum “Wishes” stammte. Nur mit seiner gewaltigen Stimme und einer Gitarre schaffte er es, das Publikum fast ausnahmslos für sich zu gewinnen.

HOZIERs Set startete mit “Angel Of Small Death And The Codeine Scene” unerwartet laut und brachte die Stimmung im Saal sofort zum Höhepunkt. Auch Background-Sängerinnen und Cello lenkten nicht vom Kern der Musik ab, den HOZIER selbst, nebst seinen unzähligen Gitarren und einem undefinierbaren, besaiteten Instrument im Batterie-Look ausmachte. Für das gefühlvolle, inhaltlich etwas makabre Duett “In A Week” holte er sich Unterstützung von der irischen Singer-Songwriterin ALANA HENDERSON, deren Stimme mit HOZIERs wunderbar harmonierte. Trotz saisonbedingt angeschlagener Musiker wurde weder die Qualität der Darbietung vermindert, noch das Set gekürzt. Einzig die Performance vom allseits bekannten “Take Me To Church” wirkte etwas halbherzig, doch das rührte wohl eher vom Bekanntheitsgrad des Songs, als von der musikalischen Fähigkeiten her.

An diesem Abend stand einzig und allein die Musik im Vordergrund; ein Umstand, der angesichts der wachsenden Möglichkeiten in Technik und Konzept zunehmend seltener wird. Da tut es gut zu wissen, dass es noch Musiker gibt, die dem Reiz von derlei Extras widerstehen können und sich auf das konzentrieren, weshalb sich das Publikum in erster Linie versammelt hat.