HEISSKALT – Vom Wissen und Wollen

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HEISSKALT – es geht um die Extreme. Nicht lauwarm. Nicht kühl. Sondern heiß und kalt. Auf “Vom Wissen und Wollen” geht es um die Scheitelpunkte des Lebens eines jungen Protagonisten: Scheitern, Schmerz, Liebe und Lethargie. “Euphoria” endet auf folgende Zeile.

Wir sehen so gut aus, wenn wir scheitern

HEISSKALT spielen auf ihrem zweiten Album Punk und Rock. Dabei sind sie geleitet von emotionalen Texten, die den Geist eines jungen Erwachsenens und seine teils kindische Art und Anti-Haltung widerspiegelt. Das Album startet mit Punk, doch schon der zweite Song “Absorber” bricht mit dem vorangegangenen Paradigma: Der Punk wird verlassen und Melancholie setzt ein. Erdrückende Stimmung und repitative Vocals aus dem Off sorgen für Dramatik und zeigen die geistige Verwirrung des lyrischen Ichs.

Ich will nur einmal ohne Zweifel sein

Nach dieser geschrien Zeile setzt in “Absorber” Post-Hardcore in Wut-Passagen ein. Die Gitarren schallen wie Sirenen und verschrecken den Hörer wie einst die Mythologiefigur der Sirenen. Dieser musikalische Umweg vom Punk zum Post-Hardcore kommt auf “Vom Wissen und Wollen” nur noch ein weiteres Mal vor.

Hauptsächlich sind HEISSKALT im Deutsch-Punk zu Hause, wobei “Lied über Nichts” die glatteste Nummer darstellt. Für das Genre des jungen Deutsch-Punks ist “Vom Wissen und Wollen” ein individueller Release. Wie seine Zielgruppe hat er Ecken, hat Kanten, läuft unrund. Eben diese Charakterzüge machen ihn interessant, aber unzugänglich.

6 von 10 Punkten auf der “zertanz-die-Angst”-Skala