HALESTORM – Halestorm

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Dieses Album ist ein Masterpiece! Erfahrt mehr zu unserem Special.

Alles auf Anfang. Wir schreiben das Jahr 2009. Ich bin gerade 17 Jahre alt und entdecke die Welt des Rocks für mich. Auftritt: HALESTORM. Resultat: Der Beginn einer nachhaltigen Entwicklung zu einem besseren Musikgeschmack.

Es gibt wirklich viele Gründe, warum dieses Album meiner Meinung nach ein Meisterwerk ist. Dass es sich dabei um das Debütalbum der Band handelt, macht die Sache für mich einfach noch beeindruckender. Während andere Bands lange nach ihrem Sound suchen, haben HALESTORM ihn bereits auf ihrem ersten Album gefunden – und zwar so, dass er sich bis heute nicht maßgeblich verändert hat. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Band schon einige Jahre vor der Erscheinung des Albums zusammengefunden hatte. Egal, ob sie bewusst so lange am Sound gefeilt haben, oder nicht; das Resultat ist für mich eins der besten Alben, welches man im Bereich Rock zwischen die Finger kriegen kann.

Das Album bietet alles, was das Herz begehrt. Schnelle treibende Nummern, rockige tragende Balladen, Stimmgewalt, einen perfekt gemischten Sound und trotzige Lyrics. Der erste Song des Albums “It’s Not You” ist heute immer noch einer der HALESTORM-Klassiker und spiegelt die musikalische Mischung der Band gut wieder. Ein paar harte Riffs, melodische Teile, definierte Übergänge, eingängig Refrains und perfekter Gesang. Lzzy Hale könnte mit ihrer Stimme wahrscheinlich Erdbeben auslösen, wenn sie wollte und genau diese Energie lässt sich auch in den Songs raushören. Die nächste Nummer nennt sich “I Get Off” und zeichnet sich durch einen der dreckigsten Texte des Albums aus. Der Song ist schlichtweg düster, anzüglich und 100 Prozent Rock ‘n’ Roll. Sexy as fuck! Nach dieser leicht erhitzenden Nummer kühlt das Album mit einer gut platzierten Ballade runter. Allgemein verändert sich die Dynamik im Laufen des Albums öfter. Die Songreihenfolge ist allerdings so gut gewählt, dass sich aus den einzelnen Songs ein stimmiges Gesamtkonzept ergibt.

Spätestens nach der Hälfte der Songs erreicht wohl auch den letzten Hörer die leicht trotzige Gesamthaltung des Albums. In den Songs geht es um Liebe, Hass, Sex, Macht, Verleumdung, dem Drang auszubrechen und sich auch als Frau durchzusetzen – ohne jetzt in die Emanzipations-Schiene rutschen zu wollen. Es ist ganz klar, dass Lzzy als Frontsängerin eben auch Texte aus ihrer Perspektive schreibt und das Spielchen genau so gut umdrehen kann. Dabei ist allerdings alles so verpackt, dass man die Texte noch ernst nehmen kann. Ich verbinde mit diesem Album viel Authentizität und viele ehrliche Emotionen, gerade weil selten völlig übertriebe Texte oder überproduzierte Sounds zu finden sind.

Das Album zeigt sich konstant von seiner besten Seite. Der Drang einen Song zu überspringen existiert quasi nicht. Gerade am Ende des Albums gibt es bei mir kein Halten mehr. “Tell Me Where It Hurts” ist mein Song für alle Lebenslagen, in denen man sich mal kurz sehr selbstbewusst fühlen muss. Maneater-Modus eingeschaltet! Die Songtext-Zeilen “Hey did you know you’re knockin’ hips with a killer queen, another victim of my method of seduction” vermitteln vielleicht das passende Bild dazu. Irgendwo musste mein 17-jähriges Ich ja ein weibliches kick-ass Vorbild finden. Der letzte Song des Albums “Dirty Mind” geht nochmal in die Vollen und lässt einen mit einem einzigen Bedürfnis zurück: ICH WILL NOCHMAL!

Zusammenfassend ist HALESTORMs Sound auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum für mich einfach eine einzigartige Mischung. Die Band scheint schon immer gewusst zu haben, was sie tut. Das hat sich auch bis heute nicht geändert. Lzzys Stimmgewalt trägt zusätzlich noch dazu bei, die Band auf einen epischen Standard zu heben. Wie sollte es also bei so einem Meisterwerk auch anders sein:

10 von 10 Punkte auf der “I-get-off-on-you-getting-off-on-me”-Skala