GATES – Parallel Lives

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Post-Rock. GATES lassen sich zwar nur auf ein Genre festnageln, doch das steht für so viel: Gefühlvoll. Bedacht. Gesetzt. Abenteuerlich. Viele weitere Adjektive sind passend für “Parallel Lives”. Ein Album, dass von seiner inneren Ruhe lebt un dgleichzeitig zum Reisen einlädt: in Gedanken. Kopfkino an!

Erstmals nahmen GATES Pre-Productions der Songs auf. Mit Produzent Mike Watts holte sich das Quintett exteren Rat, wie die Songs strukturiert werden sollten. Watts arbeitete unter anderem schon mit THE DEAR HUNTER oder THE CHARIOT zusammen. “Parallel Lives” ist also durchdachtester als das Debüt von GATES. Verständlich. Die eigentlichen Aufnahmen startetetn dann im November 2015.

Das zweite Album klingt nach reduziertem Post-Rock. Die Gitarren sowie die Vocals sind stets clean. Bei “Penny” tanzen die Melodien, wohingegen “Forget” eher durch seine Trägheit aufällt. So vielfältig wie das Album ist, sind Konstruktionen der Tracks sehr ähnlich. Auffallend ist das Crescendo, das in einer Lead-Melodie stets seinen Klimax findet. Zu ähnlich. Zu gleich.

“Parallel Lives” lässt eine intensive Auseinandersetzung mit den Arrangements zu. Details wie Schellenkränze oder Glockenspiele können entdeckt werden. Aber es ist auch flüchtig. Schon wieder ist ein Lied vorbei. Die elf Songs verschwimmen ineinander- und am Hörer vorbei, Das ist Realität. Bandchef und Texter Kevin Dye greift mitgehörte Konversationen,, die es ihm erlauben für Bruchteile eines Augenblicks in die Leben Fremder zu schlüpfen. Ebenso wie diese parallelel Leben fliegt die Musik vorbei. Es bleiben nur Fetzen hängen. Aber diese Bruchstücke sind wunderschön. Wie das Lauschen fremder Gespräche in einem Cafe unter einer Markise auf der der Regen prasselt.

8 von 10 Punkte auf der “I’ll-never-know-what’s-inside”-Skala