FIVE FINGER DEATH PUNCH – Got Your Six

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Five Finger Death Punch Got your six

Mit “The Way Of The Fist” (2007) läuteten FIVE FINGER DEATH PUNCH ihren erfolgreichen Weg ein, der von vielen Höhepunkten, unter anderem dem mit Gold ausgezeichneten Werk “American Capitalist” (2011), gesäumt ist. “Got Your Six” ist schon ihr sechster Longplayer, welcher wieder von Kevin Churko (OZZY OSBOURSE, SLASH) produziert wurde.

Churkos Handschrift ist wie schon bei den anderen Releases diesen Jahres, darunter PAPA ROACHs “F.E.A.R.” und IN THIS MOMENTs “Black Widow”, ein extrem wuchtiger Klang, der Jeremy Spencers stampfende Drums nur noch mehr betont. Der Soundengineer hat einen anderen Drumsound gewählt, welcher der Musik ein voluminöseres Gesamtbild verleiht.

Sänger Ivan Moody shoutet weniger, sondern arbeitet viel eher mit seiner rauen Gesangsstimme. Der Unterschied ist minimal, aber der Effekt wird dadurch maximiert, denn “Got Your Six” vermittelt so die Impression härter zu sein. Einmal mehr spielt Kreativität nur die zweite Geige bei FIVE FINGER DEATH PUNCH – dicke Hose ist einfach wichtiger. Deshalb grooven sich auch 2015 die Songs mit einer unaufhaltbaren Wucht aus den Boxen, durch die Gehörgänge direkt in den Kopf und bringen diesen in eine nickende Bewegung. Die seltenen Soli oder Gitarren-Leads sind aber immer hörenswert und unterstreichen das viel zu selten aufblitzende Können der zwei Gitarristen Zoltan Bathory and Jason Hook.

Songs wie “Got Your Six” oder “Boots And Blood” sind die Kraftpakete des sechsten Longplayers wohingegen sich “Ain’t My Last Dance” oder “Question Everything” mit melodischen Refrains von der Masse der Tracks abheben. Letzterer ist eins der absoluten Highlights, da er nicht nur repräsentativ für das musikalische Know-How des Quintetts steht, sondern auch die bewegensten lyrischen Zeilen beinhaltet.

She was a princess, she could’ve been a queen
She had the angels beneath her broken wings

“Got Your Six” ist ein hörenswertes Vergnügen, aber bei weitem kein Hörerlebnis. Es ist erstaunlich wie weit FIVE FINGER DEATH PUNCH ohne konstruktive Weiterentwicklung gekommen sind. Aber auch mich ziehen sie immer wieder in ihren Bann.

8 von 10 Punkte auf der “I-will-never-except-defeat”-Skala