FAR BEYOND – A Frozen Flame Of Ice

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Die musikgewordene Blumenwiese

Ich war in letzter Zeit ein wenig auf der Suche danach, wo mein musikalischer Fokus eigentlich liegt. Bisher hauptsächlich im Melodic Death, wusste ich plötzlich, dass er sich mehr Richtung Black verschieben würde. FAR BEYOND erschien mir da als eine gute Band, um einen Übergang zu schaffen. Mit “A Frozen Flame Of Ice” haben sie ein neues Album veröffentlich.

Laut eigener Internetpräsenz bewegen sie sich im Melodic Dark Metal. Dark? Melodisch? Ja! Keine Frage. Der Einstieg “Evernight – Part 1” erscheint beinahe poppig. Schmalzige Melodien, lieblicher Gesang. Fehlt nur noch die Blumenwiese und treu dreinblickende Kühe. Der Song ist  sehr homogen und variiert sehr im Tempo, aber so richtig ist es nicht das, was man zuerst erwartet.

Dann, Song Nummer 2: “The Song Remains the Same”. Ha, wie ironisch. Aber… es stimmt. Er stellt quasi eine Fortführung des ersten Songs dar. Emotional, tight, Achterbahn im Tempo. Und eben Blumenwiese. Dazu merkwürdig verzerrter Gesang. Ich glaube, ich sende denen mal ein paar CD-Empfehlungen zu. Als nächstes folgt der Albumtitel. Orgeln und ruhige Gitarren im Intro, welche sich soundmäßig so weiterentwickeln, dass man auch an Power Metal denkt. Der Pop-Anteil ist gewichen, der Gesang hat dazugewonnen. Schon besser. Trotzdem, der melodische Part steht weiter dominant im Vordergrund. Mehr NIGHTWISH als BEHEMOTH.

Die Prämisse: Kein Experiment wagen

“Last Farewell” und “Unrelenting Force” machen im Prinzip so weiter, wie die vorherigen Songs. Teils scheinen die Gitarren genau denselben Lick am Anfang zu spielen wie wir ihn schon gehört haben. Die Blumenwiese scheint nicht sehr groß zu sein.

Das letzte Lied schlägt einen Bogen zum Anfang. “Evernight – Part 2”. Die Prämisse, mit relativ wenigen musikalischen Ideen zu arbeiten, hat sich bis zum Ende durchgesetzt. Bei öfterem durchhören werden sich vermutlich die feinen Unterschiede herauskristalisieren. So jedoch klingt vieles wie aus einem Stück geschnitten und in einzelne Teile geformt. Homogenität ist ja auch wichtig.

Melodie kann aber schnell dazu führen, dass andere Elemente so weit zurückgedrängt werden, dass eine klare Einordnung schwierig wird. Diese Musik eigent sich irgendwie, sich mit Kopfhöhrern in die Natur zu legen und sie aufzunehmen. Ok, das geht mit SÒLSTAFIR auch, wirkt dort aber komplett anders. Darker irgendwie.

6 von 10 Punkten auf der “I-amsso-far-so-far-away”-Skala