FALLUJAH Elfer 23.06.16

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FALLUJAH sind eine Ausnahmeband, die spätestens nach dem Release des aktuellen Albums “Dreamless” hohe Anerkennung gefunden hat. Nun sind die US-Amerikaner auf Tour in Europa, um neben einigen Festivals auch kleinere Clubshows zu spielen. Auf diesem Trip machten sie auch Halt in Frankfurt, wo sie am 23. Juni mit FIT FOR AN AUTOPSY und den Newcomern von OF COLOURS im Elfer performten.

Der Abend begann, bedingt durch die drückende Hitze in einem noch angenehm zumutenden Keller. OF COLOURS debütierten mit einem für die Musiker selbst ungewohnten Line-Up, sodass Anspannung merkbar war. Mit kontemporärem Metalcore, der einige melodische Einflüsse, Hardcore-Anleihen und progressive Elemente erkennen ließ, konstruierte sich das Set der Frankfurter Band. Leider hat der Sound dem Ganzen nicht einen würdigen Partner gespielt, dennoch ließen sich die Musiker nicht beirren und spielten ein tightes Set, welches durch eine noch energiegeladenere Performance verbessert werden kann.

Mit FIT FOR AN AUTOPSY fand sich eine Band aus New Jersey auf der Bühne. Selbst bezeichnet als Death Metal, gibt es aber eher einen interessanten Mix aus progressivem Metalcore und Deathcore zu hören. Deutlich routiniert, tight und mit einer Menge Aggression in instrumentalpassagen, sowie dem Gesang wirkt das Set des Quintetts. So langsam kam auch das Publikum in Bewegung, sodass der Abend nun zu einem Konzert wurde, während zuvor noch durch leichtes Kopfnicken, Bestätigung gezeigt wurde. Mit “Absolute Hope, Absolute Hell” beendeten FIT FOR AN AUTOPSY ihre Darbietung, die definitiv Spaß gemacht hat.

Doch Hauptgrund für die meisten Besucher war wohl der Headliner, FALLUJAH. Benannt nach einer irakischen Stadt, die als Dschihadisten-Hochburg bekannt ist und erst vor kurzem aus den Klauen des IS befreit wurde. Musikalisch jedoch definieren sich FALLUJAH mit progressivem Death Metal, der durch atmosphärische Klänge geprägt ist und damit eine gewisse Einzigartigkeit kreiert. Aber nicht nur neue Songs von “Dreamless” sondern auch Erfolge wie “Sapphire” aus dem “The Flesh Prevails”-Album wurden gespielt.

Jedoch war die Ästhetik der Musik, bedingt durch den schlechten Sound nur zu erahnen. Die Clean-Vocals, im Original gesungen von Tori Letztler, waren trotz Abspieles eines Bandes kaum bemerkbar und auch die virtuosen Riffs waren schwer zu filtern. Bedingt durch das eher geringe Publikum, sowie eine mäßige Beteiligung wirkten FALLUJAH enorm lustlos, fast schon gelangweilt und beendeten ihr Set nach einer Zugabe, die ihr erstes Album “The Harvest Wombs” aufgriff. Das ganze Set dauerte eine dreiviertel Stunde. Eine Dauer die dem Co-Headliner gebührt, aber für einen Headliner auf Europatour wohl doch etwas dürftig erscheint. Schade.