ESKIMO CALLBOY: Es ist Musik!

Artikel von
ESKIMO CALLBOY und die Metalszene

Rock und Metal entstand mal als ein Mittel zur Provokation seitens der Jugend. Doch wen soll man provozieren, wenn die Medien den Wackenbesuchern einen weichen Pelz überziehen und während der Pressekonferenz eben jenes Festivals Jahr für Jahr von sinkender Kriminalität berichtet wird?

Naja, die Szenepolizei zum Beispiel.

ESKIMO CALLBOY spielen nicht ausgesprochen Metal. Sie bewegen sich irgendwo im Core, mischen Popelemente in ihre Musik und haben auf ihrer letzten Platte “Crystals” sogar mit Rapper SIDO zusammengearbeitet. So geht Provokation heute. In einem Interview während des Wacken Open Airs 2016 erzählten uns die beiden Vokalisten Kevin und Sushi von ihrer Tour, ihrer Meinung zu Social Media und gaben einige Ausblicke in die Zukunft.

So sagten sie, dass die Live Präsentation der Platte doch erstaunlich positiv gelaufen sei. Nicht nur in Europa und UK, sondern auch Russland seien sie intensiv getourt und hätten dabei viel gutes Feedback erhalten. Man merke, dass auch im Ausland die Fans ihre Entwicklung beobachten und es annehmen würden, wie sich sich mit ihrer Musik entwickeln. Dass in der bisher vergleichsweise kurzen Bandgeschichte bereits eine musikalische als auch inhaltliche Entwicklung stattgefunden habe, sei nur normal, und für sie auch ein klarer Beleg, dass sie ganz natürlich in zwanzig Jahren auch sicher nicht mehr so klingen würden wie jetzt.

Generell stehe natürlich Spaß und Unterhaltung im Vordergrund. Trash, Nonsense, Action auf der Bühne, das macht ihre Auftritte aus. Doch was ihrer Meinung nach mindestens genauso wichtig ist: musikalische Authentizität, Können und eine grundlegende Ernsthaftigkeit. Hier setzt der Punkt Internet an. Instagram gebe die Möglichkeit, ein perfekt inszeniertes Bild hochzuladen. Man könne sich immer weniger verstecken, eben auch im Netz. Die Möglichkeit, Kurzfilme online zu stellen, oder spätestens irgendwann auf der Bühne zu stehen und sich dort musikalisch beweisen zu müssen, nehme vielen die Möglichkeit, ein falsches Bild von sich zu kreieren, was sie in Realität niemals aufrecht erhalten können.

Auch die Konsumenten merken diesen Unterschied natürlich und würdigen  solche Bands, die es ernst meinen mit ihrer Kunst und letztenendes Qualität liefern, so trashig und unangepasst an jede Norm es auch erscheine. Das ist ESKIMO CALLBOY sehr wichtig. Und sie sehen diesen Trend im Kommen und als sehr wichtig.

So stehen sie auch mit der selben Meinung dar, wie quasi jede Band, die es so weit geschafft haben. Ihre Musik muss zuerstmal ihnen selbst gefallen und ihrer Vorstellung davon, wie sie klingen wollen, gerecht werden. Scheiß auf Genrebezeichnungen! Es ist Musik! Und wenn da während dem Konzert rosa Hasen über die Bühne rennen, dann ist das so. Egal, ob Festival oder Halle. Wem die Musik gefällt, der darf sie hören. Wem sie nicht gefällt, der darf gehen. So einfach darf es sein. Momentan stehen ESKIMO CALLBOY am Ende ihrer Tour und schreiben an neuem Material.