ESKIMO CALLBOY – Crystals

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ESKIMO CALLBOY haben seit ihrem KATY PERRY-Cover “California Gurls” eine steile Karriere hingelegt. Nach ihrem zweiten Album “We Are The Mess”, welches 2014 erschien, schiebt das verrückte Sextett Anfang 2015 gleich ein neues Werk nach.

“Crystals” markiert in mehrfacher Hinsicht eine neue Epoche der Inuits. Zum Einen verabschieden sie sich von ihrem langjährigen Unterstützer Redfield Records, das Indie-Label veröffentlichte ihre zwei ersten Album sowie die selbstbetitelte EP. Nun sind ESKIMO CALLBOY bei Airforce1 Records, einer Dependance der Universal Music Group.

Für “Crystals” haben sich die Musiker drei Wochen in ein niederländisches Studio zurückgezogen. Das Ergebnis dieser Kreativphase ist ein verändertes Song-Bild, welches dem aktuellen Trend in der Musik-Szene entspricht. “We Are The Mess” versuchte betont düster zu sein; “Crystals” hingegen besitzt eine freundlichere Grundstimmung. Natürlich sind die glattgebügelten Autotone-Refrains immer noch enthalten, dazu kommen atmosphärische Klänge.

Atmosphäre ist die eben angesprochene Divise im Musik-Business. BRING ME THE HORIZON sind das lebende Vorbild – von Deathcore zu Synthesizer-Core. Auch die Djent-Kombo VITJA orientieren sich mit ihrer aktuellen EP “Your Kingdom” in diese Richtung.

Die neue musikalische Färbung steht auch ESKIMO CALLBOY gut und macht “Crystals” zu einem bleibenden Hörerlebnis. Nachdem der Überraschungseffekt nach “Bury Me In Vegas” verpufft war, begeisterte “We Are The Mess” mit nichts Neuem. Der dritte Longplayer hingegen überzeugt voll und ganz. Außerdem klingen die unterschiedlichsten Einflüsse – von PC-Game-Samples über das SIDO-Feature – sehr gut arrangiert. “Crystals” ist ESKIMO CALLBOYS bester Release!

9 von 10 Punkte auf der “I-can’t-deny-that-I-won’t-leave-you-for-an-apple-pie”-Skala