DEVIL IN ME – Soul Rebel

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Nachdem sich die portugiesischen Hardcore-Punk Knaben von DEVIL IN ME spätestens mit ihrem 2012 veröffentlichten Album “The End” endgültig ins Langzeitgedächtnis der Hardcore-Szene gespielt haben, wagen sie nun mit ihrem bereits vierten Longplayer “Soul Rebel” den nächsten Streich.

Wer sich nun einmal mit dem Lissabonner Quintett beschäftigt, wird recht schnell feststellen, dass es ihnen an Tour-Erfahrung mit Genregrößen wie THE GHOST INSIDE, STRAY FROM THE PATH und DEEZ NUTZ nicht mangelt – und das auch vollkommen zu Recht! Die Jungs bieten mit ihrem aktuellen Album “Soul Rebel” modernen Hardcore zum Anfassen.

Spätestens nach dem Opener “Break The Chain” weiß man wo die Reise hingeht. Straighte und unglaublich groovige Gitarrenriffs ohne viel Spielerei lassen die musikalischen Wurzeln der fünf Portugiesen erahnen. Doch schnell wird klar: Hier steckt mehr unter der Haube als zunächst angenommen. Mit der gleichnamigen Singleauskopplung “Soul Rebel” beweisen die Jungs, dass sie die Aufmerksamkeit der Hörer verdient haben. Hier versteckt sich ideenreicher, melodischer Hardcore der sich weiterentwickelt hat, ohne seinen Ursprung zu vernachlässigen.

Zum absoluten Pflichtrepertoire gehören natürlich viele Gangshouts, Breakdowns und auch Gastsänger wie zum Beispiel Freddy Cricien von MADBALL im hymnischen Song “Warriors”.

Das alles erfüllt “Soul Rebel” für den geneigten Hörer mit Bravur; jedoch bleibt das Album in seiner vollen Länge dann doch etwas berechenbar. Man erwartet an manchen Stellen dann doch mehr spielerische Überraschungen, zumal sich diese in “Power”, einem der interessantesten Songs, doch schon andeuten. Auch wenn der höchst talentierte Sänger “Poli” die wenigen wirklichen – dafür einprägsamen – Melodien gesanglich perfekt untermalt, hätte die Platte durchaus noch einige Gänsehautmomente mehr à la “The End” bieten können, um auch den letzten Unentschlossenen noch mitzureißen.

Was dann jedoch wirklich mitreißt ist der absolut großartige Sound der Platte. Passend zum Genre finden hier keine überproduzierten Instrumente oder Synthie-Untermalungen Platz. Echtes Stereo-Feeling gibt einem das Gefühl man sei mittendrin in einer ihrer Shows. Das Schlagzeug wirkt absolut plastisch und selbst der Bass drückt sich wunderbar in der Mitte durch die dicken Gitarren. Der Gesang mit seinen heftigen Shouts könnte sich noch ein wenig mehr durchsetzen. Doch alles in allem sollte Hardcore genau so klingen: ehrlich, ungeschönt und mit fettem Groove!

 Insgesamt klingt “Soul Rebel” jedoch etwas trashiger und einfacher als sein Vorgänger und kommt – was die Vielfalt angeht – nicht wirklich an ‚The End‘ heran. Das ist laut Aussage der Band jedoch auch genau so gewollt, da sie den “Crossover-Flavour der 90er zurückbringen möchten”. Was einem nun besser gefällt, ist reine Geschmackssache; beides steht DEVIL IN ME hervorragend.

7 von 10 Punkten auf der “for-the-ones-who-never-lost-their-hope”-Skala