Destruction Derby 2015

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Das DESTRUCTION DERBY 2015 in Dessau begann für mich dank Baustellen und viel Verkehr etwas verspätet am Freitag Nachmittag. Nach etwas Verwirrung wo denn nun Camping und wo Parken sei (Ordner gab’s irgendwie nicht) und einem doch recht langen Fußmarsch zum Festivalgelände.

Wir waren pünktlich zum vorletzten Song von LANDSCAPES vor der Bühne. Die kannte ich zwar nicht, klangen aber recht vielversprechend. Weiter ging es mit BREAK EVEN und MALEVOLANCE. Zwar liefen beide nur im Hintergrund, letztere haben mich aber durchaus positiv überrascht. Sollte ich mir mal in Ruhe anhören!

YEAH BOYYY!!!

LIONHEART waren simpel, luden aber zum Mitsingen und Tanzen ein. Das insgesamt recht junge Publikum nahm die Einladung gerne an und feierte jeden Breakdown und Singalong ab, als wäre es der letzte des Tages. Mitsingen wollten auch bei CHUNK, NO CAPTAIN CHUNK! einige, scheiterten aber grandios an der doch sehr hohen Lage des Sängers. So lange er es hinkriegt, ist ja alles im grünen Bereich; und das tat er überraschend gut. Saubere Cleans und druckvolle Shouts, das hätte ich so nicht erwartet.

Nach ein paar Songs war es dann aber mal Zeit für eine Pause: Bier 2,50€ kein Problem, Stück Pizza 6,00€: autsch! Insgesamt war das Essen nicht so günstig, aber eine Burger Happy Hour gab es und 5,00€ für frisches Fleisch und selbstgemachte Brötchen sind ein gutes Geschäft. Punkt.

WHILE SHE SLEEPS läuteten so langsam die Endrunde für Freitag ein. Plötzlich war das Festivalgelände proppenvoll, vor der Bühne fast kein Durchkommen, das war nachmittags noch nicht abzusehen. Auch diese Band hatte ich vorher nicht wirklich auf dem Schirm, Asche auf mein Haupt, das war fett! Bei THE STORY SO FAR ging mir das Herz auf, denn oft hab ich sie verpasst und als es endlich so weit war, haben sie mich alles andere als enttäuscht. Wieso kann ich nicht so sauber singen? STICK TO YOUR GUNS waren dann eigentlich nur noch Formsache, aber wie immer cool. Frontmann Jesse hat mich bisher noch nie enttäuscht und das Set bestand aus Hits am laufenden Band. Ruhig stehen bleiben konnte da keiner mehr.

Headliner fertig? Zeit für Aftershow! Ach ne, die gab’s nicht. Gut, dann Festivalstimmung auf dem Campingplatz! Aber der ist so weit weg und irgendwie ist da auch nichts los. Aber nette Nachbarn findet man dann doch und für mehr als Bier trinken war es eigentlich auch zu kalt. Das ist eben der Nachteil an so einem kleinen Festival, das mehr oder weniger im Ort stattfindet. Zwar ist die Kulisse an der alten Wasserburg idyllisch und auch die Besucherzahl ist angenehm, aber das Drumherum ist eben doch etwas anders als sonst. Aber genug gemeckert, denn die Organisation auf dem Festivalgelände war erstaunlich gut und die Kontrolleure entspannt. Dazu solch hochkarätige Bands, was will man sich da noch beschweren.

Samstag startete mit ungewohnten aber coolen Klängen von ASTROID BOYS, Rapcore nennt man das wohl. Oder auch ganz anders, ich hab’s vorher nie gehört, fand’s aber gar nicht schlecht. Dann war es Zeit für eine Heimatstunde, denn meine alten Bekannten von SCIENCE OF SLEEP stimmten das Publikum auf den restlichen Verlauf des Abends ein, nur unterbrochen von einem Heiratsantrag auf der Bühne. Echt süß, aber ist das wirklich die richtige Musik dafür? Bekannte Gesichter auch bei A TRAITOR LIKE JUDAS, die zwischendurch mal für gute Laune und positives Feeling sorgten, bevor WALKING DEAD ON BROADWAY wieder den Sender auf Deathcore stellten. Nicht meine Musik, aber erstaunlich professionell kamen sie daher. Hut ab!

SILENT SCREAMS holten mal eben das halbe Publikum auf die Bühne und (verdammt, kann der gut singen!) sorgten für Gänsehaut. Und dann war es endlich so weit, denn LEGEND waren da. Seit Jahren habe ich gewartet und das Warten hat sich gelohnt. Das war zwar auch nicht anders zu erwarten (hihi), denn die Band besteht mittlerweile zur Hälfte aus FOR THE FALLEN DREAMS, aber gerade Frontmann Chad Ruhlig ist einfach eine Bank. Da können dann auch ein kompletter Stromausfall bei den Saiteninstrumenten, kaputte Kabel und gerissene Saiten nichts dran ändern. Und nett sind sie auch noch. Schön.

Da OCEANO leider absagen mussten, war der Tag für mich eigentlich gelaufen, denn die wollte ich echt gerne sehen. OBEY THE BRAVE sind spontan eingesprungen und haben es dann doch noch hinbekommen, dass ich sie mir ansehe. Stumpf ist Trumpf, die Leute finden es gut, was soll man da noch sagen. THY ART IS MURDER so spät am Abend? Na gut. Leider nicht meine Musik und außerdem habe ich mir doch schon fünf Stunden Deathcore angehört heute. Aber zum Glück kommen ja noch BETRAYING THE MARTYRS. Wobei ich die streckenweise vor allem aber wegen ihrer Professionalität echt gut fand.

Dann kamen endlich ARCHITECTS auf die Bühne und auch wenn ich sie schon x-Mal gesehen habe und das aktuelle Album echt nicht so gut finde, sind sie einfach eine Wucht. Wie man eine fette Show abliefert, wissen sie mittlerweile und auch wie man fehlerfrei spielt. Wer braucht da noch CDs, wenn die live genauso sauber spielen. Leider war die Zugabe “Early Grave” der einzige Song, der nicht vom aktuellen Album ist. Fett war es trotzdem!

Und damit ging für mich das DESTRUCTION DERBY 2015 zu Ende. Ich war überrascht vom guten Sound, besonders auf der kleinen Bühne, von der entspannten Atmosphäre und der Organisation auf dem Festivalgelände. Insgesamt fand ich die Bandauswahl etwas deathcorelastig, aber beim Publikum scheint es anzukommen. Für ein kleines, DIY-Festival war der Ablauf reibungslos und die Stimmung gut. Daumen hoch!