DEEZ NUTS Summer Tour 2016

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being-as-an-ocean-deez-nuts-dresden-review-milena-schönfeldt
Im Sommer ist konzertmäßig nie viel los. Gefühlt alle (Freunde und gute Bands) sind auf diversen Festivals unterwegs, während man selbst sehnsüchtig auf den Herbst und den Beginn der Konzertsaison wartet. Glücklicherweise gibt es aber doch einige Lichtblicke, zum Beispiel die Show von BEING AS AN OCEAN und DEEZ NUTS in der kuscheligen Groove Station in Dresden.

Die lokale Band DRIVE freute sich, den Abend eröffnen zu dürfen. Neuer Song über neuer Song wurde gespielt, die Menge animiert, die Live-Premiere einiger Songs ohne Fehler über die Bühne gebracht. Bereits nach diesem ersten Set aus Punk, Rock und Hardcore, bei dem die Songs jedoch kaum voneinander zu unterscheiden waren, badete das Publikum mangels Platz und Belüftung im eigenen Schweiß. Lecker.

Die Hitze ging auch an BEING AS AN OCEAN nicht spurlos vorbei. Da die Bühne fast auf gleichem Niveau wie der Boden war, war das Publikum vor der Show angewiesen worden, sich bloß nicht zu sehr schubsen zu lassen. Aber aufgrund der Temperatur fiel die Menge und Intensität an Moshpits und Stagedivern geringer aus. Sänger Joel Quartuccio, der, wie erwartet, einige Zeit der Performance im Pit verbrachte, zog sich irgendwann das Shirt aus, was auch der Rest der Anwesenden wohl gerne getan hätte.

Inhaltlich gab es einige Überraschungen: “The Poets Cry For More”, etwa, hatte ich seit längerem vergeblich auf den Setlists gesucht. An jenem Abend traf es mich wie aus dem Nichts. Nach einer viel zu kurzen halben Stunde war der Spaß auch schon wieder vorbei, aber nicht ohne die obligatorische Rede von Sänger Joel, mit der Hauptaussage:

Du weißt nie, was dein Gegenüber gerade durchmacht. Alle Menschen auf dieser Welt verdienen Mitgefühl und Liebe.

DEEZ NUTS, der Headliner des Abends, erfreuten sich verhältnismäßig geringer Begeisterung. Von allen Seiten hörte zumindest ich, dass niemand sie wirklich, wirklich mochte. “Nur oberflächlich gute Musik und alle meine Freunde sind hier, also bin ich auch hier”, so ungefähr die Hauptaussage. Obwohl sich dann doch der Großteil im Moshpit tummelte und die Zahl an Crowdsurfern wuchs, muss ich zustimmen, dass die musikalische Leistung zu wünschen übrigließ.

Vielleicht ist das Absicht? Man wird es wohl nie erfahren. Mit fünfunddreißig Minuten spielten sie jedenfalls das kürzeste Headliner-Set, das ich je erlebt habe.