Darum war die Musikmesse 2016 nicht gut

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Wir haben uns umgehört: Warum laufen der Musikmesse die Aussteller davon?

Wie jedes Jahr öffnete die Musikmesse in Frankfurt am Main (vom 7.-10. April) die Pforten für Musikbegeisterte und Aussteller aus den verschiedensten Ländern der Welt. Mit der Aufteilung in Prolight & Sound, die eigentliche Musikmesse und Businessbereiche wurde dieses Jahr zudem ein neues Konzept vorgestellt, das, in Verbindung mit durchweg offenen Türen für Endverbraucher über die gesamte Dauer, die Messe in einem neuen Licht erstrahlen lassen sollte.

Jedoch machte sich bereits im Vorfeld Unmut breit, als bekannt wurde, dass viele namenhaften Firmen nicht vertreten sein werden.

“Wir werden das neue Konzept vor Ort begutachten und für uns bewerten. Nach wie vor sind wir nicht gegen eine derartige Veranstaltung, jedoch muss sie eindeutig dem Endverbraucher zugeschrieben sein”, so das offizielle Statement von Fender. Der Gitarrenhersteller reagiert mit Skepsis und Zurückhaltung auf das neue Businesskonzepts der diesjährigen Musikmesse.

Und tatsächlich suchte man in Halle 11.0 nicht nur vergeblich nach Fender. Auf Branchengrößen wie Ibanez, Jackson, Schecter, PRS, Warwick, Mesa Boogie und viele andere mussten Gitarristen und Bassisten dieses Jahr leider verzichten. Auch Schlagzeuger mussten feststellen, dass ihr Bereich nun nicht mehr in einer separaten Halle, sondern in Form des sehr viel kleineren und ebenfalls in Halle 11.0 angesiedelten Drum Camps, sein Dasein pflegte.

Der Grund hierfür sei, laut Aussage eines Mitarbeiters des Musicstore-Stands, unter anderem die NAMM, welche vom 21.-24. Januar in Anaheim, Kalifornien stattfand und branchenintern immer mehr an Bedeutung gewinne. Zahlreiche Firmen hatten dort bereits lange vor der Musikmesse die Möglichkeit, ihre Produktneuheiten zu präsentieren und potenzielle Abnehmer zu finden. In Verbindung mit Foren, YouTube und ähnlichem hätten Verbraucher zudem die Möglichkeit, sich ausreichend über diese zu informieren, was einen Stand auf der Musikmesse, aufgrund von Kosten in Bereichen wie Standmiete oder Logistik, obsolet mache. Eine ebenso ernüchternde wie einleuchtende Begründung.

Doch ist gerade die Tatsache, diese Neuheiten in Person zu sehen und anspielen zu können für die Vielzahl der Besucher überhaupt erst der Grund ihrer Anreise. Es bleibt also fraglich, ob sich solche Interessenten nächstes Jahr wieder auf die Musikmesse wagen werden, zumal die Ticketpreise dieses Jahr sogar höher waren.