CULT LEADER – Lightless Walk

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Nachdem die Crust Punker CULT LEADER ihre Brachialität bevorzugt auf EPs zur Schau stellten, lassen die Jungs aus Salt Lake City mit “Lightless Walk” ihr erstes Album auf die Menschheit los. Die Nähe zu den Kollegen von CONVERGE ist hier nicht von der Hand zu weisen, aufgenommen wurde die Scheibe von niemand anderem als Kurt Ballou, veröffentlicht wird sie über Jacob Bannons Label Deathwish Inc.

Dass die vier Musiker nicht gerade zimperlich vorgehen, zeigt sich ab der ersten Sekunde des Openers “Great I Am”: rückkoppelnde Gitarren treffen auf rasende Blastbeats, Sänger Anthony Lucero schreit sich die Seele aus dem Leib und gibt ein erstes Ausrufezeichen. Insgesamt ist ein recht stringenter Mix zu erkennen, welcher aus teils groovigen, aber auch sehr chaotischen Elementen besteht. Dabei wird vor allem bei Songs wie “The Sorrow”, “Suffer Louder” oder “Walking Wasteland” eine Menge Druck erzeugt, der zum Headbangen animiert. Textzeilen wie “Nothing will get better” unterstreichen hierbei die Gefühlswelt, welche Lucero dem Hörer offenbart. Insgesamt geht es lyrisch bei ihm vor allem um Depression, Isolation, aber auch Hoffnung.

Auch wenn das Album vor allem durch seine Härte und eine Menge Wut im Bauch auffällt, gibt es Momente, in denen die Musiker die Sound-Wand ein wenig, oder sogar ganz zurückfahren. “A Good Life” startet zwar mit rasanten Drumfills, gleitet aber nach kurzer Zeit in recht psychedelische Gefilde ab, in welchen der Gesang an Nick Cave oder Tom Waits erinnert. Der Titel-Track ist in dieser Hinsicht sogar noch ausgereifter, bietet er doch mit etwas mehr als sieben Minuten einen fast schon versöhnlichen, da für die Band sehr ruhigen Abschluss des Albums.

Ob der “Lightless Walk” für das lyrische Ich positiv endet, hängt stark vom Hörer ab. Es ist aber festzustellen, dass vor allem Fans von CONVERGE, TRAP THEM oder HARM’s WAY hierbei auf ihre Kosten kommen können.

 8 von 10 Punkte auf der “I-left-the-empty-sky-behind”-Skala