COREY TAYLOR – Seven Deadly Sins

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corey taylor dearly demented

COREY TAYLOR hat anno 2011 das Buch “Seven Deadly Sins” (“Die Sieben Todsünden”) publiziert. Der Frontmann von SLIPKNOT und STONE SOUR spricht in seinem ersten Buch über die sieben Todsünden. Diese hält er für überholt. TAYLOR stellt in den einzelnen Kapiteln seine Ansichten über die alten dar und versucht den Leser von sieben modernen Todsünden zu überzeugen.

Der Leser kann sich eine Klarstellung aus der Sicht eines Lebemannes erhoffen. in dieses Licht rückt sich COREY TAYLOR. Trockener Lesestoff wird TAYLORs Debütwerk wohl nicht werden, denn die Eindrücke vom Sänger porträtieren einen humorvollen Mann. TAYLOR scheint selbst voller Witz und Charme zu sein – auch “Seven Deadly Sins” ist mit einer gehörigen Portion Ironie geschrieben. Als Clou des Buches würzt COREY TAYLOR seine Auslegung der Todsünden mit Anekdoten aus seinem Leben als wilder, betrunkener Jugendlicher, angehender Musiker und professioneller Sänger. Obwohl er Anfangs sagt, dass Buch ist nicht biografisch, schreibt er dennoch Stories aus seinem Leben nieder. Und genau das ist ein Kritikpunkt an “Seven Deadly Sins”: Die Selbstdarstellung TAYLORs ist maßlos. Kein Wunder, dass er die Todsünden neu auslegen will.

Die Sünde Trägheit begänne damit, dass wir uns das Leben durch Elektrogeräte oder Autos bequemer machen. Sexuelle Lust hingegen, sei auch nichts Schlimmes, da Sex unserem Leben erst die richtige Würze gäbe. Nach diesen Kapiteln ist TAYLORs Argumentationsweise und schriftstellerischer Stil deutlich: Mit Hilfe von nicht innovativen Argumenten, Kurzgeschichten aus seinem Leben, die so gut wie nichts mit STONE SOUR oder SLIPKNOT zu tun haben, und einigen ironischen Aussagen füllt er die Seiten des Buches. “Seven Deadly Sins” lässt sich problemlos lesen. Anspruchsvoll ist anders. Mit seinen Worten lassen sich die Grundmauern, auf denen die sieben Todsünden gebaut sind, nicht einreißen.