CHILDREN OF BODOM – I Worship Chaos

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Als man als Jugendlicher dem Metal, und insbesondere den extremen Subgenre, auf ewig die Treue schwor, gehörten zumeist auch CHILDREN OF BODOM zur Playlist der großen Pause. Auf dem Schulhof wurden dann die gängigen Hits “Are You Dead Yet?” oder “NEEDLED 24/7” zitiert oder mitgesungen. Kaum zu glauben, dass diese Zeit schon vorbei ist, und man selbst in einer anderen Lebensphase steckt. So erging es aber auch Alexi Laiho selbst, dessen Wilde 20er vorbei sind.

CHILDREN OF BODOM sind sein Beruf und die Party-Phase seines Lebens sind vorbei, das merkte er an seiner eigenen Gesundheit – und musste umsatteln. Weniger Trinken – sich selbst und der Band zur Liebe. Dazu gibt es jetzt noch eine weitere Belastung. Obwohl Laiho schon immer Hauptsongwriter der Finnen war, ging der Aussteig Gitarrist von Roope Latvala sicherlich nicht spurlos an der Band vorüber. Das logische Resultat: Der vielleicht zweitwichtigste Akteur, Keyboarder Janne Wirman, bekommt fortan mehr Bedeutung in Sachen Komposition beigemessen. Auffällig ist nur, dass gerade die Keyboards zu Beginn von “I Worship Chaos” selten in Erscheinung treten – zumindest nicht so definitiv wie im späteren Verlauf des Longplayers. Dies ist schade, da CHILDREN OF BODOM doch stets zwischen dem Wechselspiel zwischen Gitarre und Tasteninstrument lebten.

Diese Gestaltung der Lieder bietet wiederum einer ausgefeilteren Gitarrenarbeit Platz, die gänzlich auf Alexi Laihos Konto geht, da der zweite Gitarrenposten nach wie vor vakant ist. Zwar tritt Janne Wirmans Bruder als Live-Gitarrist in Erscheinung, ist aber nur ein Platzhalter. Laiho und Wirman schrieben Stücke, die durchdachter sowie intelligenter strukturiert klingen. Dieser Fakt steht In Kontrast zum Albumtitel, der viel eher Spontaneität sowie Zufall vermuten lässt.

Unterstützung bekam das Quartett von ihrem langjährigen Wegbegleiter Mikko Karmila, der “I Worship Chaos” in den bandeigenen Danger Johnny Studios produzierte. Karmilla mixte und masterte die LP ebenfalls, allerdings in den Finnvox Studios in Helsinki.

“I Worship Chaos” nimmt den Schwung von “Halo Of Blood” mit und lässt den Durchhänger “Bloodtrunk” vergessen. Insbesondere Refrains wie von “Morrigan” sind neu im Klangbil von CHILDREN OF BODOM, wirken aber gerade deshalb frisch und unverbraucht. Aber keine Angst: Alexi Laiho sorgte für genügend thrashige Riffs und Wirman für atemberaubende Keyboard-Leads, wie sie nur die Hate Crew selbst schreiben können.

8 von 10 Punkte auf der “I-am-dominant!”-Skala