CDs & LPs – Konkurrenz oder Nostalgie-Objekt?

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Ab Montag - die Themenwoche "Musik-Konsum im digitalen Zeitalter"!

Das größte Comeback der jüngeren Vergangenheit hält nicht etwa eine Band oder ein Künstler, sondern die Schallplatte für sich verzeichnen. Der schwarze rundging erlebt eine Renaissance.

Lange war es ein Traum gesprochene Wörter festhalten zu können und wiedergeben zu können. Viele jagten dieser Idee hinter, im späten neunzehnten Jahrhundert gelangen erste Aufnahmen mit Grammophonen. Erste Tonträger waren Wachswalzen, die jedoch große Schwachpunkte aufwiesen. Das Jahr 1887 gilt als das Geburtsjahr der Schallplatte, doch erst zur Jahrtausendwende entstand eine Industrie um die schwarze Scheibe, die Vinylplatte, wie wir sie heute noch kennen, wurde jedoch erst 1930 veröffentlicht.

Die CD, oder Compact Disc, wurde seit den 80er Jahren zur Speicherung von Musik und anderen Dateien eingeführt. Die CD verdrängte seinerzeit die LPs vom Markt. Das führte dazu, dass die LP zwischenzeitlich tot gesagt war – doch anscheinend war sie nie wirklich weg. Langspielplatten haben ihren Weg aus den verstaubten Regalen zurück in den Mainstream geschafft und einen regelrechten Sammlerwahn ausgelöst. Viele Peeorder-Packs gibt es auch wieder als Vinyl-Editionen.

Die Verkauffszahlen der CD sind in den letzten Jahres rapide gesunken. Im Jahre 2001 wurden in Deutschland gemäß des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft mit rund einhunderdreiunddreißig Millionen Stück die meisten CDs abgesetzt. 2010 fielen die Zahlen erstmals unter einhundert Millionen verkaufte Tonträger. Die meisten Anteile gingen an das digitale Musik-Geschäft verloren. Doch auch die LP hat sich eben Marktanteile zurückerobert. Seit 2007 steigen die Zahlen der LP-Brance wieder und haben sich seit dem um mehr als dreihundert Prozent von dreihundert Tausend auf eine Millionen Absätze gesteigert.

Die größte Konkurrenz sind neben illegalen Tauschbörsen die legalen Downloads und das noch junge Format Musik-Streaming. Für Fachleute ist schwer einzuschätzen, ob sich Spotify mittel- und langfristig gegenüber physischen Tontägern durchsetzen wird oder, wie es zur Zeit ist, beides parallel existieren kann und wird. Dies könnte sich zumindest Patrick Walch von Nuclear Blast vorstellen, wie er gestern im Interview mitteilte. Vielleicht sterben die Tonträgerfoemate in Zukunft aber auch ganz aus. Es gibt viele Spekularionen.

Fest steht auf jeden Fall, dass das Musik-Business alle paar Jahre von einem neuen großen Ding erschüttert wird. Der ganze Musik-Sektor ist einem stetigen Wandel ausgesetzt. Hierbei ist es sowohl für Bands, Künstler und auch Labels wichtig die Trends zu erkennen sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Agilität und Flexibilität ist meistens den kleinen Fischen im Teich vorbehaten – große Unternehmen brauchen ihre Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Dies zeigte schon die Napster-Affäre zur schon zur Jahrtausendwende: Anstatt die Big-Player Napster als Exempel sahen und den Trend zur Digitalisierung erkannten, musste erst Steve Jobs mit iTunes daherkommen, um den Trend wirklich zu festigen. Dem gesamten Business sind durch diese Fehlentscheidung mehrere Jahre verlosren gegangen.

Deshalb ist es jetzt wichtig mit Streaming anstelle gegen diese Dienste zu arbeiten und das noch junge Format langfristig in die Landschaft der Musik-Welt zu integrieren.

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