CAPSIZE – The Angst In My Veins

Artikel von
10609512_821334704557604_6027403041629112042_n

“The Angst In My Veins” ist nach diversen Singles und einem EP-Release der langersehnte erste Longplayer von CAPSIZE. Impericon Records sind für den Vertrieb von “The Angst In My Veins” in Europa verantwortlich. Die CD ist die zweite Veröffentlichung nach BEING AS AN OCEANs “How We Both Wondrously Perish”. Optische Ähnlichkeiten in der Cover-Gestaltung sind bei beiden Veröffentlichungen zu finden, auch wenn Impericon Records hierfür nicht zuständig sind, liegt der Vergleich auf der Hand: beide Cover ziert jeweils eine junge Frau, die auf weißen Laken gebettet ist. Beide Artworks strahlen kalte und helle Farben aus. Möglicherweise haben sich CAPSIZE von BEING AS AN OCEAN inspirieren lassen; musikalisch fallen aber eher weniger Parallelen auf.

CAPSIZE legen mit ihrem Debüt-Werk Wert auf die Geradlinigkeit der zehn Lieder. Die Gitarrenarbeit erinnert an die Hardcore-Wurzeln von CAPSIZE, wobei hier die Melodie-Läufe vernachlässigt wurden. Hier grenzen sie sich enorm von BEING AS AN OCEAN ab. Die Gitarren-Leads, die auf der CD vorhanden sind, sind jedoch aufgrund des Sounds verschwommen und und undurchsichtig. Jay Maas produzierte das Album bei Getaway Recordings in Haverhill. Die Schwäche im Klang kann aber auch positiv ausgelegt werden., denn “The Angst In My Veins” hat einen im Hardcore gern gesehehen rohen Sound, der die wütende Stimmung in den Texten unterstützt.

“The Angst In My Veins” kommt zudem mit einer fast punkigen Grundstimmung daher, welche nicht untypisch für HC-Platten ist, immerhin ging der Hardcore ja aus dem Punk hervor. Das einfache Drumming, welches weitestgehend ohne Fills oder andere Spielereien auskommt, verstärkt diese Annahme.

Facettenreicher ist so manche Songstruktur, “Tension” beispielsweise weist einen atmosphärischen Schlusspart auf, der jedoch seine Wirkung meilenweit verfehlt und die Spielzeit des Debüts eher schleppend verstreichen lässt. Die Features von Jay Maas, der das Album nicht nur produzierte sondern auch beim Titletrack mitsingt, und Andreas Malm (NO OMEGA), der bei dem eben schon erwähnten “Tension” aushalf, sollen die Songs auflockern. Die zwei Gastbeiträge sind aber unauffällig und tragen deshalb nicht viel zum Gesamteindruck bei.

Impericon Records bedient mit CAPSIZEs Album einmal mehr ihren selbstgesteckten Rahmen des Hardcores und Metalcores, der sich schon im Shop widerspiegelt. Das noch junge Label aus Leipzig schreckt nicht vor Newcomern zurück und haben mit “The Angst In My Veins” eine waschechte Hardcore-Scheibe entdeckt. Impericon Records wird in der europäischen Musikwelt sicherlich schnell Fuß fassen können. Das Debüt-Album kommt pünktlich zur Impericon Never Say Die!-Tour heraus, wo die Band als Support für Szene-Giganten COMEBACK KID und TERROR spielen werden.

“The Angst In My Veins” bietet wütende Musik, welche es so auf dem Markt schon gibt. CAPSIZE agieren nicht besonders melodisch wie beispielsweise STICK TO YOUR GUNS oder verbreiten eine eindeutige Message wie es zum Beispiel HATEBREED tun. Eine klare Ausrichtung fehlt CAPSIZEs ausbaufähigem Debüt. Trotzdem ist die CD eine gute Basis, von der aus die Band in Zukunft zehren kann.

6 von 10 Punkte auf der “I-ran-away-to-escape-a-routine”-Skala